| 22:17 Uhr

Unwetterschäden
Fechinger Bad mindestens bis August zu

Braune Brühe: Die Becken des Freibades wurden während des Unwetters am 1. Juni mit Schlamm und Geröll verschmutzt.
Braune Brühe: Die Becken des Freibades wurden während des Unwetters am 1. Juni mit Schlamm und Geröll verschmutzt. FOTO: Stadtwerke
Fechingen. Das Unwetter in der Nacht auf den 1. Juni hat dem Kombibad mächtig zugesetzt. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Schaden auf 800 000 Euro. Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

Wasser im Schwimmbad – prinzipiell das Normalste auf der Welt. Aber in Fechingen hat es immensen Schaden angerichtet. Weil es nämlich genau dort hingeströmt ist, wo es rein gar nichts verloren hat.


Während des Unwetters flossen Unmengen über die Liegewiesen des Kombibades und ergossen sich nicht nur in die Becken, die sie in braune Seen verwandelten. Die Fluten erreichten in der Nacht auf den 1. Juni auch die Haustechnik im Keller der städtischen Badeanstalt. Ulrike Reimann, Sprecherin der zuständigen Stadtwerke: „Wir haben die Anlage abschalten müssen.“ Damit ist die Einrichtung aus Hallen- und Freibad lahmgelegt. „Also wir gehen, wenn wir es optimistisch sehen, davon aus, dass erst wieder im August eröffnet wird.“

Schlamm im Keller des Kombibades, wo die Technik wie Pumpen untergebracht sind. Reparaturen stehen an.
Schlamm im Keller des Kombibades, wo die Technik wie Pumpen untergebracht sind. Reparaturen stehen an. FOTO: Stadtwerke


Bislang könne noch nicht einmal das Wasser aus den Becken gelassen werden, um frisches einzulassen. „Wie sollen wir das bewerkstelligen? Mit der Schöpfkelle?“, reagiert die Sprecherin auf Kritik von außen. Denn der Grund dafür: „Wir haben die Pumpen eingeschickt“, sagt Reimann. Jetzt kümmerten sich Experten einer Spezialfirma um diese Geräte, ob sie noch zu retten sind. Auch andere Einzelteile seien mittlerweile ausgebaut, um sie zu inspizieren. Die Elektrik hingegen „ist Schrott“. Die war nach den sintflutartigen Regenfällen, die mit dem heftigen Gewitter einhergingen, ebenfalls abgesoffen. Eine Reparatur sei aussichtslos.

Mit Sorgen schaut die Unternehmenssprecherin auf das Kraftwerk des Kombibades, das die Anlage mit Energie versorgt. Reimann: „Diese ist erst im Dezember an der Start gegangen.“ Jetzt müsse geprüft werden, was hier der Regen angerichtet hat. Die Keller seien mittlerweile aber wieder trockengelegt. „Auch der Schlamm ist raus und abtransportiert“, berichtet sie.

Nach ersten Schätzungen belaufe sich der Schaden auf  800 000 Euro. Ein grober Überschlag, so lange noch nicht feststeht, was repariert und was angeschafft werden muss, um den Betrieb wieder aufzunehmen. Ob Versicherungen wenigstens Teilsummen davon übernehmen oder die Landeshauptstadt auf den Gesamtkosten sitzenbleibt? „Das wissen wir noch nicht“, gibt Reimann umunwunden zu.

Bis das Bad wieder an den Start geht, müssen sich Kunden anderweitig nach Alternativen umsehen. Dauerkarten-Besitzer können ohne Umschweife die übrigen Saarbrücker Bäder nutzen. Dies sind das Kombibad in Altenkessel sowie das Dudweiler Freibad und das Schwarzenbergbad.

Da die Tickets ohnehin für alle Bäder der Stadt gültig sind, bestehe wegen des geschlossenen Fechinger Kombibades kein Anspruch darauf, anteilig den Kaufpreis erstattet zu bekommen, heißt es dazu.