Endspurt an der Talbrücke

Sieben Monate lang war die Fechinger Talbrücke wegen statischer Mängel für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt. Darunter litten vor allem die Anwohner an der Umleitungsstrecke L 108. Doch jetzt ist ein Ende absehbar: Am 31. Oktober soll die Brücke wieder für Lastwagen freigegeben werden. SZ-Redakteurin Nora Ernst hat die Antworten auf die wichtigsten Fragen zusammengestellt.

Ab wann ist die Fechinger Talbrücke wieder voll befahrbar?

Ab Montag, 31. Oktober können auch wieder Lkws mit mehr als 3,5 Tonnen über die Brücke der A 6 rollen. Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD ) rechnet damit, dass sie im Lauf des Nachmittags freigegeben wird. Am 1. November soll auch die ursprüngliche Verkehrsführung in Fechingen wiederhergestellt werden. Dann können Autofahrer an der Anschlussstelle auch wieder nach links in Richtung Brebach abbiegen.

Was muss bis dahin noch getan werden?

Es stehen noch einige Abschlussarbeiten an der Brücke an: unter anderem Markierungsarbeiten, der Rückbau der Hilfsabfahrt in St. Ingbert-West, der Abbau der Beschilderung am Kreuz Neunkirchen und am Dreieck Saarlouis. Vor allem muss aber die Wiegeanlage abgebaut werden. Aus Sicherheitsgründen müsse die Brücke dabei voll gesperrt werden, sagte Rehlinger. Das wird zwischen Donnerstag, 27. Oktober, neun Uhr, und Montag, 31. Oktober, geschehen. Der Verkehr in Richtung Saarbrücken wird ab St. Ingbert-Mitte über die Umleitung 10a (Südstraße) und die L 108 zur Anschlussstelle Fechingen umgeleitet. In Richtung Mannheim werden Autofahrer ab Fechingen auf der L 108 zur Anschlussstelle St. Ingbert-West geführt.

Ist die Brücke dann wieder normal befahrbar?

Weil die Fahrspuren enger sind als vor der Vollsperrung, gilt auf der Brücke für Lkws ein Abstandsgebot von 50 Metern und ein Überholverbot. Für alle Fahrer wird es zudem ein Tempolimit von 100 km/h geben.

Was wurde in den vergangenen sieben Monaten an der Brücke gemacht?

Weil die Gefahr bestand, dass die Pfeiler der Belastung durch den schweren Lkw-Verkehr nicht mehr standhalten, wurden zehn Stützen verstärkt. Zur Verstärkung der Wände wurden innen insgesamt 840 Doppelwinkel mit 20 000 Schrauben angebracht. In sieben Brückenpfeilern wurden zusätzlich 22 Querschotte eingebaut. Insgesamt wurden so rund 130 Tonnen Stahl verbaut. 900 Meter Geländer wurden ab- und neu aufgebaut, 10 000 Quadratmeter Asphalt entfernt und 12 800 Quadratmeter neuer Asphalt aufgebracht.

Was hat das gekostet?

Die Kosten belaufen sich nach Einschätzung des Ministeriums auf zwölf Millionen Euro. Sie werden komplett vom Bund übernommen.

Wann beginnt der Neubau der Brücke?

Ministerin Rehlinger schätzt, dass in sieben bis zehn Jahren mit dem Neubau begonnen werden kann. Bis dahin sollen die Planung abgeschlossen und rechtliche Fragen geklärt sein. Der Bau selbst wird laut Werner Nauerz, stellvertretender Direktor des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS), zweieinhalb bis drei Jahre dauern. Notwendig ist er, weil der Überbau der Brücke so alt ist, dass sich eine Sanierung nicht mehr lohnt. Die Kosten, die der Bund übernimmt, schätzt das Ministerium auf rund 80 Millionen Euro. Offen ist noch, ob die Brücke wie bisher nur einen Teilanschluss bekommt oder einen Vollanschluss, also in beide Fahrtrichtungen eine Auf- und Abfahrt. Die Entscheidung trifft der Bund. Da ein Vollanschluss ein größerer Eingriff in Natur und Landschaft wäre, wären die Planungen aufwändiger, und das Ganze würde mehr kosten. Ob der Nutzen diese zusätzlichen Kosten rechtfertigt, wird derzeit geprüft.

Zum Thema:

Am Rande Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD ) hat in einem Schreiben an die 560 Mitarbeiter des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS) versichert, dass sie sich für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze einsetzen wird. Hintergrund ist die geplante Gründung einer Infrastrukturgesellschaft durch den Bund, die künftig für Planung, Bau und Unterhaltung der Autobahnen zuständig sein soll. Bisher war dies Aufgabe der Länder. Viele LfS-Mitarbeiter fürchten deshalb um ihre Jobs. Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Ministeriums und der Gewerkschaften unter der Leitung von Staatssekretär Jürgen Barke (SPD ) werde die Reform begleiten, heißt es in dem Schreiben. noe