Naturschutz : Seit der Kindheit von der Natur begeistert

Axel Hagedorn hat sich der Pflege von wilden Tieren verschrieben. Vor allem Steinkäuze haben es ihm angetan.

Mit viel Liebe zieht Axel Hagedorn Steinkäuze groß, damit die kleinste Eulenart in unseren Gefilden wieder ausgewildert werden kann. Mit Erfolg: „In Fechingen, Kleinblittersdorf und Auersmacher haben sich die Steinkäuze wieder an unsere Natur gewöhnt, und es gibt einige Brutpaare. Das ist ein toller Erfolg“, sagt Hagedorn.

Doch bevor morgens die kleinen Steinkäuze gefüttert werden, ist meistens ein anderer dran. Vor ein paar Jahren rettete der 71-Jährige einem verletzten Bussard das Leben, päppelte ihn wieder auf und ließ ihn zurück in die Natur. „Er kommt heute noch ab und an vorbeigeflogen, und ich gebe ihm etwas zu fressen. Die Abstände, in denen er kommt werden zwar größer, aber er scheint noch zu wissen, wer ich bin“, sagt Axel Hagedorn mit einem Schmunzeln.

In einer Volière hinter seinem Haus kümmert er sich gerade um einen jungen, verletzten Waldkauz, der von einem Bürger vorbeigebracht wurde. Ein älterer Waldkauz lebt auch in der Volière. Er hat einen Zusammenprall mit einem Auto zwar überlebt, kann aber nicht mehr in die Natur zurück. „Er ist nicht mehr ganz bei Sinnen, er würde draußen nicht überleben. Hier geht es ihm gut, und er darf weiterleben“, erklärt der Naturschützer.

Schon seit Kindesbeinen ist der Ur-Fechinger mit Pflanzen und Tieren auf Du und Du. „Wir hatten einen Bauernhof. Ich bin mitten in der Natur aufgewachsen. So etwas prägt und begleitet einen das ganze Leben“, sagt der Diplomingenieur, der als Vermessungsamtsrat bei der Stadt Saarbrücken gearbeitet hat. Ebenfalls hinter Hagedorns Haus tummelt sich Damwild in einem Gehege. „Damwild ist ein super Rasenmäher. Es gibt nichts Besseres für Streuobstwiesen.“

Seit der Gründung der NABU-Ortsgruppe Fechingen-Kleinblittersdorf im Jahr 1981 ist Axel Hagedorn der Vorsitzende. Zu seinem jährlichen Programm zählen Waldkauz-, Vogelstimmen-, Gewässer-, und Waldwanderungen. Er bietet Obstbaumschitt- und Veredelungskurse sowie Sensendengel- und Mähkurse an. Zudem ist er Naturschutzbeauftragter. Vor allem bei Besuchen von Grundschulen oder Kindergärten freut sich Hagedorn, wenn er sein Wissen weitergeben kann. „Es ist oft erschreckend. Viele Kinder wissen vielleicht noch, was eine Amsel ist, aber dann war es das auch schon. Ich versuche den Kindern die Tiere und die Natur wieder näherzubringen“, erklärt der 71-Jährige. Doch woher sollen es die Kinder auch wissen. Viele Vogelarten gibt es bei uns nicht mehr. „Rauchschwalbe, Kuckuck, Kiebitz, Braunkehlchen, Rebhühner sind so gut wie nicht mehr da. Auch Feldhasen, einige Amphibienarten und viele Insekten gibt es kaum noch“, weiß der Naturschützer. „Es ist in den vergangenen Jahrzehnten alles nur noch schlimmer geworden. Wir müssen unbedingt damit aufhören, auf unsere Felder Pestizide zu spritzen“, so Axel Hagedorn weiter. Die Hoffnung auf eine bessere Natur, so wie sie früher einmal war, gibt der Fechinger nicht auf.