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Fans von 1. FC Saarbrücken verabschieden Derby-Bus mit Corona-Verstößen

Pyrotechnik und Corona-Verstöße : Fußball-Fans sorgen in Saarbrücken für Ärger

Massive Verstöße gegen Corona-Regeln hat die Polizei in der Nacht zum Sonntag bei Feiern von 400 bis 500 Menschen in Saarbrücken registriert. Der 1. FC Saarbrücken verurteilt die Gewalt. Hält aber die Zahl von 30 bis 40 Fans, die die Polizei mit Flaschenwürfen angegriffen haben sollen, für „sehr hoch“ geschätzt.

Die saarländische Landesregierung hat die Angriffe von gewaltbereiten Fußball-Anhängern und Corona-Leugnern auf Polizisten in der Saarbrücker Innenstadt scharf verurteilt. „Gewalt und Beleidigungen jeglicher Art gegen unsere Einsatzkräfte und die Polizei dulden wir nicht“, teilte Regierungssprecher Alexander Zeyer am Sonntag mit. Die Verstöße im Umfeld des St. Johanner Marktes mit laut Polizei 400 bis 500 Feiernden seien „ein klarer Verstoß gegen unsere Maßnahmen“ gewesen und würden entsprechend geahndet.

Nach Angaben des Landespolizeipräsidiums vom Sonntag sei es vor allem eine Gruppe von 30 bis 40 Fans des 1. FC Saarbrücken gewesen, die Einsatzkräfte vor Ort lautstark beleidigte und mit Flaschen bewarf. Diese Personen hätten erst gestoppt werden können, nachdem weitere Einsatzkräfte hinzu gekommen seien.

1. FCS verurteilt Gewalt

Der Geschäftsführer des 1. FC Saarbrücken David Fischer hat nach Kenntnisnahme der Polizeiberichte der SZ am Sonntag auf Anfrage gesagt: „Wir verurteilen das Thema Gewalt, das versteht sich von selbst.“ Er habe noch keine Informationen darüber, welche Fangruppe sich möglicherweise an den Ausschreitungen am Samstagabend am St. Johanner Markt in Saarbrücken beteiligt haben könnte.

Die Zahl von 30 bis 40 Fans, die die Polizei mit Flaschenwürfen angegriffen haben sollen, erscheine ihm aber sehr hoch, sagte Fischer. „Selbst die Polizei weiß noch nicht, welche Fangruppen beteiligt waren“, erklärte Fischer. Ein Eingreifen des Drittliga-Vereins gegen mutmaßlich beteiligte FCS-Fans sei wegen des „neutralen Ortes“, an dem die Gewaltakte verübt worden sein sollen, juristisch eher schwierig, meinte Fischer.

Streit um Fan-Verabschiedung am Ludwigsparkstadion

Über die Vorgänge der Abfahrt des FCS-Mannschaftsbusses zum Drittliga-Derby in Kaiserslautern (FCS verlor am Nachmittag mit 1:2 im Fritz-Walter-Stadion am Betzenberg) am Samstagmorgen gehen die Wahrnehmungen auseinander. Die Polizei teilte mit, dass sich rund 400 Anhänger des 1. FCS eingefunden hatten, wobei es kurzzeitig zu massiven Verkehrsbeeinträchtigungen gekommen sei. Die Fans hätten teilweise die Camphauser Straße blockiert und „eine Vielzahl an Pyrotechnik“ gezündet. „Aus Sicherheitsgründen“ sei die Fahrbahn für rund zehn Minuten voll gesperrt worden. Die Aktion soll für eine Vielzahl der anwesenden FCS-Fans Konsequenzen nach sich ziehen, teilte die Polizei weiter mit. Im Nachgang würden Verfahren wegen Verstößen gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz sowie gegen die Corona-Verordnung eingeleitet.

Wenig später meldete über die sozialen Medien von saarnews.com die FCS-Fanbetreuung zu Wort. Demnach sei die Sperrung für die Abfahrt des Mannschaftsbusses geplant gewesen und es habe „null Gewalt von Seiten der FCS-Fans“ gegeben. Das Einzige was man einigen vorwerfen könne, sei das Laufen mit brennenden Bengalos durch die Menge und auf die Straße. Da die Camphauser Straße kurzfristig beidseitig gesperrt war, „ist wohl im Vorfeld von Seiten der anwesenden Einsatzleitung damit gerechnet worden“, so die Fanbetreuer weiter. 99,5 Prozent der Fans hätten laut Fanbetreuung einen Mund-Nasenschutz getragen, und der Verein habe „im Vorfeld explizit auf die Einhaltung der Corona-Verordnung“ hingewiesen.

Zu der von der Polizei festgestellten zeitweisen Blockade der Camphauser Straße erklärte FCS-Geschäftsführer Fischer der SZ: „Es ist in geregelten Bahnen verlaufen. Wir haben vorher noch auf die Einhaltung der Corona-Regeln hingewiesen.“ Ein Großteil der FCS-Fans, die ihre Elf vor der Abfahrt nach Kaiserslautern nach Polizeiangaben auch mit dem Abbrennen von Feuerwerk anfeuerten, habe sich auch an die Corona-Regeln gehalten, meinte Fischer. „Leider nicht alle“, räumte der FCS-Geschäftsführer ein. Aber insgesamt sei alles „unter Kontrolle“ gewesen.

Die Polizei teilte auf SZ-Anfrage am Sonntag mit, dass das am Samstagvormittag entstandene Videomaterial in der Auswertung sei.