Streit in Saarbrücken geht weiter : Rechtsstreit um Ex-Feuerwehrchef geht weiter

„Kein hinreichender Tatverdacht“: Damit hatte eine Richterin am Amtsgericht die Anklage gegen Josef Schun abgelehnt. Die Staatsanwalt will sich so nicht abspeisen lassen.

Gegen den Beschluss des Saarbrücker Amtsgerichts, die Betrugsanklage gegen den ehemaligen Leiter der Saarbrücker Berufsfeuerwehr, Josef Schun, abzuweisen, hat die Staatsanwaltschaft jetzt Beschwerde eingelegt. Das teilt deren Pressesprecher Mario Krah auf Anfrage mit. Damit geht der juristische Streit um ein ausgemustertes Feuerwehrauto der Landeshauptstadt möglicherweise in die nächste Runde.

Am Dienstag hatte eine Richterin das Hauptverfahren mit Verweis auf aus ihrer Sicht fehlenden „hinreichenden Tatverdacht“ abgelehnt und damit die Begründung der Anklagevertreter abgeschmettert. Demnach liege keine Täuschung durch Schun vor. Dies sieht die Staatsanwaltschaft nach wie vor anders. Sie geht davon aus, dass Schun Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) an der Nase herumgeführt habe. Schun soll ihr weisgemacht haben, der Wagen sei nichts mehr wert. Deshalb habe sie zugestimmt, das Auto dem Pirmasenser Aero-Club zu überlassen, in dem Schun zu dem Zeitpunkt Mitglied war. Schun widerspricht, die Verwaltungschefin getäuscht zu haben. Die Ermittlungen wegen des Betrugsverdachts hatten zur Folge, dass Britz den Feuerwehrchef vom Dienst freistellte. Allerdings hob dies das Verwaltungsgericht in Saarlouis wieder auf. Schun kehrte auf eine neue Stelle ins Rathaus zurück. Dies war die zweite Niederlage, die die Stadt im Rechtsstreit mit Schun hinnehmen musste. Bereits im Frühjahr hatte dasselbe Gericht eine Suspendierung für rechtswidrig erklärt und aufgehoben.

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