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Saarbrücken unterliegt abermals
Ex-Wehrchef wieder im Rathaus

Der ehemalige Feuerwehrchef Josef Schun.
Der ehemalige Feuerwehrchef Josef Schun. FOTO: BeckerBredel / bub/fb
Saarbrücken. Josef Schun verbucht einen juristischen Erfolg gegen die Landeshauptstadt Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

Nächster Akt im Rechtsstreit um den Ex-Chef der Saarbrücker Berufsfeuerwehr: Josef Schun ist seit voriger Woche zurück im Saarbrücker Rathaus, allerdings auf einem neuen Posten, wie Pressesprecher Thomas Blug auf Anfrage bestätigt. Demnach arbeitet Schun als Brandschutz- und Sicherheitsreferent und ist Baudezernent Heiko Lukas unterstellt. Die Leitung der Berufsfeuerwehr bleibt ihm entzogen.


Der Rückkehr ins Rathaus war am 10. September ein Beschluss des Verwaltungsgerichts in einem Eilverfahren vorausgegangen. Demnach musste die Stadt Schuns Freistellung vom Dienst wegen eines laufenden Betrugsverfahrens aufheben. Nach städtischen Angaben war Schun unter anderem wegen des Betrugsvorwurfs sowie wegen „Störung des Vertrauensverhältnisses“ am 8. März die Führung der Berufsfeuerwehr entzogen worden. Sollte das Amtsgericht allerdings ein Hauptverfahren wegen Betrugs gegen Schun eröffnen, werde der Beschuldigte erneut freigestellt, kündigte Blug an. Schuns aktuelle Aufgaben sollen das Hochwasserrisikomanagement sowie „die Weiterentwicklung des baulichen Brandschutzes in der Landeshauptstadt“ sein .

Die Staatsanwaltschaft wirft Josef Schun vor, ein ausgesondertes Feuerwehrauto an den Verein Aero-Club in Pirmasens verschenkt zu haben. Dort war er zum mutmaßlichen Tatzeitpunkt selbst Mitglied. Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) soll dies genehmigt haben. Schun habe ihr erklärt, der Wagen sei schrottfreif. Schun bestreitet das.



Bereits im Frühjahr hatte der Ex-Berufsfeuerwehrchef einen Erfolg errungen: Damals erklärte das Verwaltungsgericht die im Dezember von Britz ausgesprochene zunächst dreimonatige Suspendierung für rechtswidrig. Die Landeshauptstadt hatte den Schritt damit begründet, dass das Vertrauensverhältnis unter anderem zu den Beamten der Berufsfeuerwehr schwer erschüttert gewesen sei. Nach einem verheerenden Wohnhausbrand am Saarufer mit vier Toten hatten Feuerwehrleute schwere Vorwürfe gegen Schun erhoben. Auch zuvor hatte es massive Kritik aus den Reihen der Berufsfeuerwehr am Führungsstil gehagelt. Mitglieder drohten in dem Zusammenhang sogar mit Kündigung.

Unterdessen wertet Schuns Anwalt Gernot Lehr die neuerliche Gerichtsentscheidung als einen „weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zur vollständigen Rehabilitation“ und „zur Wiederherstellung seines guten Rufes“. Der Bonner Advokat kündigte in Schuns Namen an, dass dieser „mit Freude und Motivation seine Berufstätigkeit wieder ausüben“ werde. Was die Ermittlungen zu dem verschenkten Feuerwehrauto der Landeshauptstadt betrifft, sei Schun „davon überzeugt, dass er sich nicht rechtswidrig verhalten hat“, lässt Lehr schriftlich wissen. Für seinen Mandanten gelte nach wie vor die Unschuldsvermutung. „Allein die Tatsache, dass ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden ist, stellt nichts Ehrenrühriges dar.“ So sollen es auch die Richter am Verwaltungsgericht gesehen und in ihrem Beschluss „ausdrücklich hervorgehoben“ haben.

Ob Schun wieder an die Spitze der Berufsfeuerwehr zurückkehrt, darauf gab Gernot Lehr mit Verweis an die Stadtverwaltung keine Auskunft. Mit der neuen Referentenstelle schließt diese eine Wiederaufnahme des einstigen Postens aus.