| 18:19 Uhr

Baupläne der Stiftung Saarbrücker Altenwohnstift
Widerstand gegen Egon-Reinert-Haus-Erweiterung geht weiter

Im Obstgarten des  Egon-Reinert-Hauses  soll der Erweiterungsbau entstehen.⇥ Foto: Lisa Kutteruf
Im Obstgarten des Egon-Reinert-Hauses soll der Erweiterungsbau entstehen.⇥ Foto: Lisa Kutteruf FOTO: Kutteruf
Saarbrücken. Von Lisa Kutteruf

Die Eschberger Bürgerinitiative (BI) kritisiert nach wie vor  die geplante Erweiterung des Egon-Reinert-Hauses (ERH). Sie sorgt sich um die „grüne Lunge des Eschbergs“. Bei einer Bürgerversammlung hat die Initiative der Stadtverwaltung vorgeworfen, sie nicht ernst zu nehmen. Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) wies den Vorwurf vehement zurück. Die einberufene Versammlung zeige, dass dies nicht der Fall sei.


Die BI kämpft um die Grünfläche im angrenzenden Park, den sogenannten Obstgarten. Mit der Erweiterung des Egon-Reinert-Hauses ginge ein Teil dieser Fläche verloren. Dass sich der Parkplatzmangel verschärft, wenn noch mehr Autos zum ERH fahren, ist für Kritiker ein weiterer Grund gegen das Vorhaben.

Schon jetzt sei die Parkplatzsuche schwierig. Auch die Befürchtung, es könnte künftig neue, dem ERH vorbehaltene Parkplätze geben, wurde beim Treffen laut. Nach Angaben des Baudezernenten Heiko Lukas sollen neue Stellplätze für Autos aber lediglich auf dem Grundstück des ERH und nicht außerhalb entstehen.



Die Leiterin des ERH, Astrid Koch, präsentierte Zahlen, um den Eschbergern die Vorzüge der Einrichtung zu zeigen. So seien von den aktuell 108 festen Bewohnern rund 40 Menschen vom Eschberg, von den 89 Gästen in der Kurzzeitpflege seien es 30.

Einige Teilnehmer fanden die Pläne des ERH gut. Andere konnte Koch nicht überzeugen. Die Diskussion war emotional aufgeladen, manche Beiträge waren regelrecht aggressiv. Oberbürgermeisterin Britz und Moderator Ludwig Helf riefen immer wieder zu einem respektvollen Umgangston auf.

Dieter Knörr von der Initiative warf der Stadtverwaltung vor, ständig ändere sich an dem Vorhaben etwas. „Mein Eindruck ist: Es geht hin und her.“ Er warf der Verwaltung vor, die Bürger zu erpressen. „Die Stadt sagt immer wieder: Lasst das Egon-Reinert-Haus bauen, dann bekommt ihr die Grünfläche als Park.“ Die BI hat nach eigenen Angaben 800 Flugblätter auf dem Eschberg verteilt und dabei 600 Mitstreiter gewonnen.

Nach dem aktuellen Konzept plant der Träger des ERH, die Stiftung Saarbrücker Altenwohnstift, für den Erweiterungsbau 670 Quadratmeter Gelände zu kaufen. Die geplante reine Grundfläche des neuen Gebäudes soll sich auf 350 Quadratmeter belaufen. Dort sollen 20 Tagespflegeplätze und zwölf Seniorenwohnungen entstehen.

Die Nachfrage ist nach Angaben des ERH da, es gebe zahlreiche Anfragen, die nicht bedient werden könnten. Dass der Bedarf an Pflegeangeboten bedingt durch die demografische Entwicklung steigt, bestreitet auch die BI nicht.

Sie bemängelt jedoch, dass durch die ERH-Pläne nur wenige neue Plätze entstehen, und hält es für sinnvoller, stattdessen an einem anderen Standort größer zu bauen. Zudem befürchtet sie teure Angebote beim betreuten Wohnen, die sich der Durchschnitts-Eschberger gar nicht leisten könne.

Hausleiterin Koch sprach auf SZ-Anfrage von geplanten Angeboten „im mittleren Preissegment“, nannte jedoch keine Beträge.

Im ursprünglichen Konzept war der Stiftung ein größeres Grundstück zugedacht gewesen. Das Konzept wurde aufgrund der Kritik der BI jedoch überarbeitet, wie Baudezernent Lukas sagte.

Der jetzige Entwurf sieht vor, dass das Grundstück für die ERH-Erweiterung  nur bis zum nächst gelegenen Fußweg reicht.

Wie Baudezernent Lukas sagte, soll der Bebauungsplan die restliche Grünfläche als Park festschreiben. Der gesamte Obstgarten ist nach Angaben des ERH etwa 9250 Quadratmeter groß. Nach Lukas’ Angaben fordert die Stadt noch Gutachten an, unter anderem zum Verkehr und zum Klima auf dem Eschberg. Die Bürger bleiben dem Dezernenten zufolge am weiteren Verfahren beteiligt. Die nächste Versammlung kommt also bestimmt.