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Erster Auftritt für die Alholiker beim Festival Fermate in Saarbrücken

Auftritt im Deutsch-Französichen Garten : Für „Die Alholiker“ ist Musik wie Medizin – gerade jetzt

Das „Fermate“-Festival läuft weiter. Am Freitag tritt eine neue Jazz-Formation auf. Mit bekannten Gesichtern und Musik von Jean Sibelius.

„Die Alholiker“ – diese Band verspricht Suchtpotenzial. Wer weiß das besser als Frontfrau Kirsti Alho. Freilich lässt sich der humorige Name ihres Jazzquartetts vielfältig interpretieren. „Alholiker, das ist Alho...und liker“ gibt die Sangesfrau augenzwinkernd einen Tipp. Um Alho-Fans geht’s also obendrein neben der in jedem Fall hochprozentigen Musik.

Wer diese live kosten will, ist am Freitag, 17. September, ab 18 Uhr in der Konzertmuschel des Deutsch-Französischen Gartens (DFG) an der richtigen Adresse. Mit den „Alholikern“ bereichert Programmchef Thomas Altpeter das „Fermate“-Festival, das diesjährige Ersatzformat für seine Saarbrücker Sommermusik, um ein neues Ensemble überwiegend prominenter Musikerinnen und Musiker.

Seit vielen Jahren zählt die Finnin Kirsti Alho, die bereits mit Größen wie Archie Shepp, Horst Jankowski und Charly Antolini jazzte, zu den tonangebenden Sängerinnen der Saar-Szene – in starker Erinnerung ist noch ihr Auftritt mit der internationalen Frauencombo All About Eve anno 2019 bei der Saarbrücker Konzertreihe Jazz-Zeit. Den Kontrabassisten Stefan Scheib, Dozent der Saar-Musikhochschule (HfM), braucht man in unseren Breiten nicht mehr vorzustellen: Man kennt ihn vor allem vom vielfach ausgezeichneten Liquid Penguin Ensemble und der Großformation InZeit. Kaum weniger bekannt ist Gitarrist Endi Caspar, Vorsitzender der Saarbrücker Ini-Art-Initiative für Musikkunst und in vielen Projekten zwischen Jazz und Rock unterwegs. Vierte im Bund und noch am wenigsten publik ist Endis Gemahlin Melanie Caspar – sie spielte in jungen Jahren Schlagzeug, bis sie die Percussion entdeckte und seitdem in diversen Ensembles in Köln und Saarbrücken brasilianische und afrikanische Rhythmen pflegt.

Der gemeinsame Nenner „Alholiker“ sei eine Idee von Endi Caspar, erzählt Kirsti Alho. „Ich wollte dieses Projekt nicht alleine unter meinem Namen präsentieren, denn jeder Musiker bringt seinen Sound und seine Erfahrung mit in die Gruppe: Endi tendiert in Richtung Pop; Stefan kommt aus der Improvisierten Musik, und Melanie ist spezialisierte Samba-Perkussionistin“. Man probe emsig, denn „mit dieser Band wollen wir tatsächlich unseren eigenen Sound entwickeln“. Ein Großteil der „Alholiker“-Arrangements stamme aus der Feder von Endi Caspar, erzählt die Sängerin: „Das ist sehr spannend für mich, weil ich normalerweise meine Musik komplett selbst schreibe.“

Bei den Alholikern gibt es nun Songs, zu denen Alho etwa die Melodie lieferte und einen finnischen Text – den Rest habe Endi „gezaubert“. Die Sangeschefin schwärmt: „Für mich ist es ein Erlebnis, eigene Musik zu hören, wenn jemand die anders arrangiert, und das zudem wunderschön – ich bin entzückt.“

Neben eigenen Songs und finnischer Volksmusik sollen bei „Fermate“ zudem Noten des finnischen Komponisten Jean Sibelius (1865-1957) erklingen. Eine Idee des „Fermate“-Leiters Thomas Altpeter, die bei Alho auf helle Begeisterung traf: „Ich bin aufgewachsen mit seiner Musik, bei uns zu Hause spielte mein Vater fast täglich Musik von Sibelius.“ Und sogar ihr Vorname Kirsti sei nach dem Vorbild von Sibelius’ Tochter gewählt worden. Noch eine Anekdote: „Ich kannte den Enkel von Sibelius, er wollte Jazztrompete spielen“, erzählt die quirlige Sängerin, und der liberale Sibelius habe nur gemeint: „Egal, was man auch spielt, die Hauptsache ist die Liebe zur Musik.“

Von Sibelius sollen in der DFG-Konzertmuschel nun folgende Kompositionen erklingen: „Demanten pa marssnön“ (Der Diamant auf dem Märzschnee), „Souda, souda, sinisorsa“ (Paddle, paddle, kleines Entlein) und das Weihnachtslied „En etsi valtaa, loistoa“. Alle in eigenen Versionen, wie auch die finnische Volksmusik, so Alho, „die wir wunderbar atmosphärisch umwandeln können – denn Endis Gitarrensound ist wie dafür gemacht“. Letztes Jahr haben Kirsti Alho und Endi Caspar bereits als Duo im DFG gespielt, dann fiel der Entschluss, um Bass und Perkussion zu erweitern. „Man muss doch immer was Neues machen“, meint Alho: „Der 17. September wird eine Weltpremiere.“ Gerade in Corona-Zeiten sei derlei wichtig, sagt Kirsti Alho: „Musik zu machen, ist Medizin – und das auch noch zusammen, interaktiv, kreativ und mit Spaß.“ Großartig.

Freitag, 17. September, 18 Uhr, Konzertmuschel im Deutsch-Französischen Garten: Jazz mit dem Quartett „Die Alholiker“. Eintritt frei. Anmeldungen bis einen Werktag vor der Veranstaltung unter www.saarbruecken.de/kultur. Info: thomas.altpeter@saarbruecken.de