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Friedhof Ensheim
Zukunft der Einsegnungshalle ist gesichert

Eine Stätte des Gedenkens: So sieht das Kolumbarium auf dem Saarbrücker Hauptfriedhof aus.
Eine Stätte des Gedenkens: So sieht das Kolumbarium auf dem Saarbrücker Hauptfriedhof aus.
Ensheim. Die Sanierung der Ensheimer Halle kann beginnen. Und auch der Bau des Kolumbariums soll bald in Angriff genommen werden. Von Andreas Lang

Die Zukunft der Einsegnungshalle auf dem Ensheimer Friedhof ist offenbar gesichert. Die auch für die Saarbrücker Friedhöfe zuständige Grünamtsleiterin Carmen Dams brachte am Mittwoch den Bezirksrat Halberg bei dessen Sitzung im Brebacher Rathaus auf den neuesten Stand der Planungen. Demnach soll im direkten Anschluss an die Generalsanierung der Einsegnungshalle auf dem Friedhof Ensheim mit der Einrichtung des bereits im Gesamtkonzept der Hallensanierung vorgestellten Kolumbariums begonnen werden. Denn die Urnenkammern auf dem Friedhof gehen allmählich zur Neige. Per Definition sind Kolumbarien meist oberirdische Bauwerke, die der Aufbewahrung von Urnen oder Särgen dienen und oft einem Friedhof oder Krematorium angegliedert sind.


Für die Ausgestaltung des offenen, entkernten Anbaus zu einem Kolumbarium liegt vom Architekturbüro „3bstoff“ ein Konzept vor. Die einzelnen, im Raum und an den Seitenmauern verteilten L-förmigen Urnenwände bilden einzelne Räume, für die Trauernden geschützte Bereiche. Dunkelgraue Bodenplatten im gleichen Farbton wie die Sockel mit hellen Urnenkammern und Wänden ergeben zusammen mit der indirekten Beleuchtung und den Sitzmöglichkeiten einen ruhigen, harmonischen Innenraum.

Die Umsetzung erfolgt in zwei Bauabschnitten, bei denen jeweils 66 Urnenkammern entstehen. Im ersten Abschnitt wird der Bodenbelag hergestellt, und es werden vier Urnenwände mit Beleuchtung sowie die größere Anzahl an Sitzelementen errichtet. Die Bezirksratsmitglieder um Bezirksbürgermeister Daniel Bollig nahmen diese Neuigkeiten freudig auf. Schließlich hatte der Rat bereits vor zwei Jahren erbittert um den Erhalt der damals äußerst maroden Einsegnungshalle gekämpft. Weil damals die Kosten für eine Generalsanierung auf etwa eine halbe Million Euro geschätzt wurden, schien vor dem Hintergrund des klammen Saarbrücker Stadtsäckels sogar ein Abriss der Halle möglich. Auch als der Abriss vom Tisch war, sollten immer noch die vorgehaltenen Kühlkammern  aufgegeben werden.



Das scheiterte damals nicht nur am Widerstand der Kommunalpolitiker. Auch die Ensheimer Kirchengemeinden protestierten mit der Bevölkerung vehement und sammelten Unterschriften gegen das Verwaltungsvorhaben. Das war im November 2016, und der Protest hat noch im selben Monat ein Umdenken bei der Verwaltung bewirkt. Folglich wird seit März 2017 nach dem notwendigen Stadtratsbeschluss saniert. Nicht nur die Einsegnungshalle in Ensheim, auch die auf dem Friedhof St. Johann wurde saniert. Insgesamt hat sich die Stadt das 750 000 Euro kosten lassen.