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Elektro Hager
In Ensheim entsteht ein neues Wohngebiet

Peter Hager und seine Mutter Luise Hager stehen auf der neuen Hermann-Hager-Straße, benannt nach dem Vater und Ehemann, der in den 50er Jahren mit seinem Bruder Oswald das Weltunternehmen Hager gründete.
Peter Hager und seine Mutter Luise Hager stehen auf der neuen Hermann-Hager-Straße, benannt nach dem Vater und Ehemann, der in den 50er Jahren mit seinem Bruder Oswald das Weltunternehmen Hager gründete. FOTO: Heiko Lehmann
 Ensheim. Auf dem früheren Firmengelände von Elektro Hager in Ensheim werden ab Frühjahr 21 Häuser für junge Familien gebaut. Von Heiko Lehmann

Als die beiden Ensheimer Brüder Hermann und Oswald Hager in den 1950er Jahren anfingen, Elektroartikel herzustellen, dachte wohl keiner der beiden daran, was im Jahr 2018 sein würde. Heute hat das saarländische Unternehmen 23 Produktionsstätten in zehn Ländern und beschäftigt 11 400 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz beträgt 1,9 Milliarden Euro.


Angefangen hat alles Im Hofgarten in Ensheim. Nach und nach bauten sich die beiden Hager-Brüder ein richtiges Imperium mit vielen Hallen und eigenem Industriegebiet auf. Doch dort, wo die beiden Brüder das heutige Weltunternehmen damals auf dem Boden stampften, ist heute alles plattgemacht. Alle Hallen sind weg, vor Jahren gab man den Standort auf, weil kein Platz zum Anbauen war. „Alles, was hier passiert, ist ganz im Sinne meines Vaters. Wir haben lange überlegt, was wir mit dem Gelände machen. Wir produzieren hier seit Jahren schon nicht mehr, und alle Hallen und Geräte verursachten in den vergangenen Jahren nur noch Kosten“, erklärt der heutige Aufsichtsratschef Peter Hager. Er ist der Sohn von Hermann Hager.

Mittlerweile sind der Firmensitz und die Produktionsstätte des Unternehmens in Blieskastel und auf der 18 000 Quadratmeter großen Fläche in Ensheim entsteht Zukunft für den Ort – ganz im Sinne der mittlerweile verstorbenen Hager-Brüder. 21 Wohnhäuser für junge Familien werden auf dem ehemaligen Industriegelände mitten im Ort gebaut. „Die Hälfte ist schon reserviert. Ich kann es verstehen. Hier ist es ruhig und in Ensheim kann man sehr gut wohnen“, sagt Peter Hager, ebenfalls ein waschechter Ensheimer.



Am vergangenen Freitag wurde auf dem Gelände das erste Fest gefeiert. Ein Straßenfest zur Einweihung der neuen Hermann-Hager-Straße, die durch das Neubaugebiet führt. Etwa 100 Gäste kamen und feierten auf historischem Gelände.

Im September sollen die ersten Grundstücke verkauft werden und im Frühjahr kommenden Jahres sollen die ersten Häuser gebaut werden. „Ich finde die Idee von dem Wohngebiet eine prima Sache. Wir hätten das gesamte Gelände durchaus wirtschaftlicher an den Mann bringen können. Doch auf diese Weise haben auch die Ensheimer etwas davon und die umliegenden Anwohner bekommen vielleicht etwas mehr Wohnqualität als neben einem Industriegebiet“, so Peter Hager. Das Unternehmen ist damals wie heute zu 100 Prozent im Familienbesitz.