Nach Feuerinferno in Ensdorf: Mann erstickt bei Brand – jetzt Anklage gegen Mitbewohner

Nach Feuerinferno in Ensdorf : Mann erstickt bei Brand – jetzt Anklage gegen Mitbewohner

Wegen versuchten Mordes Vorbestrafter soll Feuer in Miethaus gelegt haben. Der Beschuldigte schweigt sich aus.

Nach einem Wohnhausbrand in Ensdorf, bei dem ein Bewohner ums Leben gekommen ist, muss sich nun ein 43 Jahre alter Mann verantworten. Die Saarbrücker Staatsanwaltschaft beschuldigt ihn der Brandstiftung mit Todesfolge. Deswegen erhob die Behörde Anklage beim Landgericht. Demnach soll er das Feuer gelegt und in Kauf genommen haben, dass ein Nachbar dabei sterben könnte.

Der dramatische Fall, wie ihn nach Angaben ihres Sprechers Christoph Rebmann die Staatsanwaltschaft als erwiesen ansieht: Demnach war der Angeschuldigte am 11. Januar in eine Wohnung im Parterre des Hauses in der Saarstraße eingebrochen. Er nahm an jenem Abend jede Menge Beute mit. Darunter waren unter anderem ein Computerspiel, ein Laptop, ein Modellhubschrauber sowie ein ferngesteuertes Auto. Dann wollte er seine Spuren verwischen und steckte in der Wohnung seines Mitbewohners die Bettmatratze an. Der nun Angeklagte ging noch in seine vier Wände im zweiten Stock, packte ein paar Habseligkeiten ein und verließ das Gebäude.

Das Drama nahm seinen Lauf: Ein Mieter in der ersten Etage, direkt über der Wohnung, wo mittlerweile die Flammen wüteten, bekam nichts von dem mit. Er erstickte. Eine Frau kam mit leichter Rauchvergiftung davon. Alle Hausbewohner verloren ihr Dach über dem Kopf. Das Miethaus ist nicht mehr zu bewohnen.

Der mutmaßliche Täter sitzt seit 16. Februar hinter Gitter. Wie Rebmann weiter mitteilt, ist der 43-Jährige kein Unbekannter, hat schon ein erhebliches Vorstrafenregister: Er verbüßte unter anderem wegen versuchten Mordes eine langjährige Haftstrafe. Zu dem Vorfall im Januar schweige er bislang.