Granit gegen das Vergessen

Im März 1945 wurden im Ensheimer Tal 56 Soldaten getötet. An sie erinnert ein Ehrenfriedhof. Doch die Gedenksteine waren stark verwittert. Der Verein der Freunde der Brunnen im Ensheimer Tal hat sie wieder mit viel Mühe gereinigt und beschriftet.

Rechtzeitig zur Gedenk-und Mahnfeier am Volkstrauertag, 13. November, ab 15 Uhr, hat der Verein der Freunde der Brunnen im Ensheimer Tal die 56 Gedenktafeln der Gräber auf dem Ehrenfriedhof im Ensheimer Tal restauriert. Davon können sich die Besucher des Ehrenfriedhofs ab dieser Feier überzeugen. Die Gedenkrede wird Bezirksbürgermeister Daniel Bollig halten.

Die Freunde der Brunnen im Ensheimer Tal haben seit 1997 eine Patenschaft für den Ehrenfriedhof auf dem Triebenberg in Ensheim . Diese Gedenkstätte für 56 im März 1945 dort gefallene Soldaten im Zweiten Weltkrieg aus ganz Deutschland haben sie dann noch im selben Jahr komplett restauriert. Mittlerweile kümmern sich die Brunnenfreunde seit 19 Jahren sehr intensiv um die Pflege des Ehrenfriedhofes. Der Zahn der Zeit hat inzwischen an den 56 Gedenktafeln aus Granit mit den Namen und Daten der Soldaten genagt, so dass man die Schrift kaum noch erkennen konnte.

Der Verein hat deshalb beschlossen, bis zum Volkstrauertag am Sonntag, 13. November, an dem immer eine kleine Gedenk- und Mahnfeier dort stattfindet, diese Granittafeln zu restaurieren. Die Brunnenfreunde Werner Hennchen und Richard Junker haben sich sofort bereit erklärt, diese Arbeiten zu übernehmen. In drei Arbeitsabschnitten haben sie die 56 Granittafeln abgebaut und jeweils in der Heimwerkstatt von Richard Junker und Werner Hennchen mit Dampf gestrahlt und gereinigt. Die Farbe von der alten verbliebenen Schrift der einzelnen Tafeln wurde in Handarbeit entfernt.

Durch das Alter hatten die Granittafeln viele Einschlüsse, Glimmer hatte sich aus dem Granit gelöst, so dass die Beschriftung in langwieriger Handarbeit vorgenommen werden musste. Die Tafeln wurden dann anschließend poliert und versiegelt. Jetzt wurden bei dem letzten Arbeitsabschnitt, die restlichen Gedenktafeln montiert.

Der Vorsitzende, Wolfgang Vogelgesang, der bei diesen Arbeitseinsätzen auf dem Ehrenfriedhof als Handlanger fungierte, dankte Werner Hennchen und Richard Junker für ihren wochenlangen unermüdlichen Einsatz: "Durch diesen Arbeitseinsatz ist die Gedenkstätte wieder in bestem Zustand und man kann wieder die Daten der jungen 56 gefallenen Soldaten richtig erkennen und die Sinnlosigkeit des zweiten Weltkrieges als Mahnung sehen."

Im Anschluss an die Gedenkfeier lädt der Verein zu Kaffee und Kuchen in die historische Brunnenstube.