Der neue Sanierungsplan überzeugt

Der Plan der Stadtverwaltung zur Sanierung der Einsegnungshalle auf dem Ensheimer Friedhof provozierte allerhand Widerstand. Nun begrüßen CDU und SPD, dass die Stadt die umstrittenen Pläne geändert hat.

Am Dienstag berichtete die SZ, dass die evangelische und die katholische Kirchengemeinde Ensheim Unterschriften sammeln, um zu verhindern, dass bei der Sanierung der Einsegnungshalle auf dem Friedhof in Ensheim die Kühl- und Abschiedsräume wegfallen. Daraufhin teilte die Stadtverwaltung am Dienstagnachmittag mit, sie werde diese Räume nun doch erhalten. Nach der Sanierung der Einsegnungshalle solle es weiterhin "einen Abschiedsraum samt Kühlplatz für den Verstorbenen" geben. "Damit reagiert die Verwaltung auf Wünsche der Ensheimer Kirchengemeinden und aus der Bevölkerung", stellte die Stadt-Pressestelle klar.

Dem widerspricht nun die CDU-Fraktion im Friedhofsausschuss des Stadtrates. Für sie erklärt Stefan Brand: "Die Stadtverwaltung ist bei der Sanierung der Einsegnungshalle auf dem Friedhof Ensheim auf die Forderungen der CDU-Stadtratsfraktion eingegangen." Als die Stadt sich zur Sanierung entschloss, habe sie zunächst geplant, die Kühl- und Abschiedsräume wegfallen zu lassen, "so dass eine Verabschiedung von den Verstorbenen im Bezirk Halberg nur noch zentral in Güdingen hätte stattfinden können, was gerade für ältere Menschen schwierig gewesen wäre" - berichtet die CDU . Gegen diesen Plan hätten die CDU-Fraktionen im Stadtrat und im Bezirksrat Halberg sowie die CDU Ensheim "vehement" Front gemacht. Iris Scherer-Wunn von der CDU Ensheim erläutert: "Der Abschied von dem Verstorbenen auf dem örtlichen Friedhof ist für die trauernden Angehörigen wichtig. Diese Form des Abschiednehmens hat auch etwas mit unserer Trauerkultur zu tun." Für die SPD im Friedhofsausschuss erklärt Philipp Schneider: "Ich bin sehr erfreut, dass es nun doch gelingt, den Erhalt einer Kühlzelle und eines Abschiedsraumes einzuplanen." Nachdem die Verwaltung im September ihren ursprünglichen Sanierungsplan vorstellte, hätten sich viele Bürger sowie die beiden Kirchengemeinden gemeldet und "darum gebeten, nachzubessern". Die Stadt investiere nun rund eine halbe Million Euro. Schneider: "Das Sanierungskonzept kann sich sehen lassen. Mit einer hochwertigen Urnenwand (Kolumbarium) im Innenraum werden neue Akzente gesetzt. Erneuert wird der WC-Bereich. Hier soll ein zusätzliches Behinderten-WC hinzukommen. Der Anbau wird entkernt und als überdachter Außenbereich gestaltet. Auch hier können später Urnenwände errichtet werden."