Brandübung am Flughafen : Feuerwehr trainiert am Flughafen

Die Saarbrücker Feuerwehren übten gemeinsam am Flughafen, wie Passagiere gerettet werden können.

Ein lichterloh brennendes Fahrwerk, ein Düsentriebwerk in Flammen, Rauch im Flugzeug und Menschen in Gefahr: Das alles kann am Flughafen Saarbrücken realistisch simuliert werden. Flughafen- und Berufsfeuerwehr übten gestern gemeinsam den Ernstfall. „Wenn eine Flugzeugkabine verraucht ist und Menschen evakuiert werden müssen, die selbst nicht mehr zu den Notrutschen kommen, ist das Schwerstarbeit für Feuerwehrmänner. Eine Nebelmaschine sorgt dafür, dass sie die Hand vor Augen nicht sehen und dann müssen sie mit schwerem Atemschutzgerät durch den schmalen Mittelgang und eine schwere Person aus dem Sitz hieven“, sagt Flughafen-Feuerwehrchef Heinz Laprelle zu den Herausforderungen.

Und wirklich, im Übungsflugzeug, einer Fokker 100, arbeiten die Feuerwehrmänner blind. Es ist der Ausbildungsjahrgang der Berufsfeuerwehr, der hier gefordert ist und sich körperlich maximal belastet. Schwere Übungspuppen müssen gerettet und zur Notrutsche gebracht werden. Vor Schweiß triefnaß sind die Männer, wenn sie ihre Einsatzkleidung ablegen. Dass die Berufsfeuerwehr in Saarbrücken Flugzeugbrände üben kann, ist relativ neu. Vor einem Jahr erhielt der Airport aus einer Konkursmasse günstig ein komplettes Flugzeug. Die Technik ist weitgehend ausgebaut, der Innenraum aber intakt. Seitdem trainieren dort Sondereinheiten der Polizei, Zollhunde oder auch die Feuerwehren den Einsatz in einem Flugzeug.

Während eine Gruppe Feuerwehrleute Menschen rettet, löscht eine andere Gruppe ein echtes Feuer. Eine Brandsimulationsanlage macht es möglich. „Wir können einen Triebwerks- und einen Fahrwerksbrand mit Gasflammen simulieren. Die Anlage dazu haben wir mit Kollegen vom Flughafen Zweibrücken errichtet und nutzen sie selbst für die zweimal jährlich vorgeschriebene heiße Übung der Flughafenfeuerwehr. Jeder der 50 Kollegen muss da ran“, so Laprelle. Diesmal zeigen die Ausbilder der Flughafenwehr ihren Kollegen aus der Stadt, wie man Flugzeugbrände löscht. „Die große Gefahr ist, dass ein Triebwerk nochmal durchzündet. Die Kameraden lernen, wie man vorgehen muss.“

Auch die Freiwillige Feuerwehr war schon im Training. „Der Löschbezirk Ommersheim, der in der Einflugschneise liegt, hat bei uns geübt“, erklärt Laprelle. Die Trainingsanlage  hilft dabei, sich in den Ernstfall gut hineindenken zu können.