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Flughafen Saarbrücken-Ensheim: Ab sofort wieder Flüge von Saarbrücken nach München

Flughafen Saarbrücken-Ensheim : Ab sofort wieder Flüge von Saarbrücken nach München

Die Fluggesellschaft British Midland Regional (BMI) startet montags bis freitags zweimal und samstags einmal in die bayerische Metropole. Urlauber können in München Anschlüsse zu über 70 Zielen nutzen.

Exakt um 10.55 Uhr am Montagmorgen hat der erste Flieger der Fluggesellschaft British Midland Regional (BMI) Bodenberührung am Flughafen Saarbrücken-Ensheim. Flugkapitän John Sargeant wirkt gut gelaunt, winkt aus seinem Cockpit und nimmt sich kurz Zeit für ein Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung. Er habe den Flug und speziell auch die Landung an einem Airport, der auf Hügeln liegt, sehr genossen. Sargeant ist zum ersten Mal im Saarland, sein Kollege Fabrice Binet, Verkaufsdirektor der Airline, war inzwischen schon mehrfach hier. Er sieht einen größeren Bedarf, insbesondere für Geschäftsleute aus dem Saarland und auch aus dem Großraum München, diese neue Verbindung zu nutzen. In der Anfangszeit kann man bei rechtzeitiger Buchung schon für 170 Euro hin und zurückfliegen. Auch für Urlauber macht die Verbindung Sinn. So bekommt man in München auch Anschluss an Condor-Flüge zu 13 weltweiten Zielen. Insgesamt 70 Ziele kann man von München aus ansteuern.

Der Flieger vom Typ Embraer 145 bietet Platz für 49 Passagiere. Der Flug selbst dauert rund 50 Minuten. Die neue Verbindung wird montags bis freitags zweimal täglich angeboten sowie samstags am Vormittag. Start nach München ist um 10.20 Uhr, Ankunft in der bayerischen Metropole um 11.05 Uhr. Die Abendmaschine nah Bayern startet in Ensheim um 21.30 Uhr und kommt um 22.15 Uhr an. Von München aus kann man Saarbrücken um 8.50 Uhr (Ankunft: 9.40 Uhr) und 20 Uhr (Ankunft: 21 Uhr) erreichen.

Doch, wie so oft bei einer Premiere, hat gestern nicht gleich alles geklappt. Wegen starken Nebels konnte die Maschine erst kurz nach 10 Uhr in München starten. Und zur ursprünglich geplanten Ankunftszeit in Saarbrücken herrschte auch auf den Ensheimer Hügeln noch dichter Nebel. Die Passagiere nahmen es jedoch gelassen hin. Viele meinten, es sei vor allem wichtig, dass die neue Verbindung überhaupt angeboten wird. Janine Meister aus Vinningen bei Pirmasens wird die Premiere auch noch aus einem anderen Grund sicherlich nicht vergessen. Sie sollte am Montagmittag eigentlich bei ihrem neuen Arbeitgeber in München anfangen. Doch der habe Verständnis gezeigt. „Gegen Nebel kann man nichts machen. Aber irgendwie ist das schon doof, gleich am ersten Arbeitstag.“ Janine Meister arbeitet in der Pharma-Branche. Die Alternative Auto oder Zug hält sie wegen der langen Fahrzeit für schrecklich.

Häufiger am Flughafen Saarbrücken-Ensheim wird man jetzt auch Dirk Hoffmann sehen, den Chef der Landesbausparkasse (LBS). Er muss regelmäßig zu Sitzungen nach München. Und da ist das Auto für ihn nach eigenen Worten keine echte Alternative. Auch Nicole Bauer-Biermann aus Riegelsberg muss dienstlich häufiger nach München reisen. Sie kann sich aber gut vorstellen, auch privat mal von Ensheim nach München zu fliegen, einfach mal zum shoppen und relaxen.

Das Saarland sei von der Bahn schon ziemlich abgehängt worden, sagt Walter Winter aus Saarbrücken. Alleine schon vor diesem Hintergrund hält er es für eine wichtige Alternative, attraktive Flugverbindungen anzubieten. Kaum einer habe Lust, nach mehreren Stunden Fahrt mit dem ICE dann noch in Mannheim umzusteigen in eine Regionalbahn, um noch länger bis ins Saarland unterwegs zu sein. Als Landeshauptstadt brauche Saarbrücken auch attraktive Flugverbindungen in die wichtigen Metropolen wie Berlin, Hamburg und München. Wirtschafts-Staatssekretär Jürgen Barke betont deshalb auch, dass die neue Verbindung ab Saarbrücken nach München „eine wichtige Ergänzung zu unserer Berlin-Verbindung ist“, die ab Januar 2018 wieder regelmäßig von der Fluggesellschaft Luxair bedient wird. Bisher hat die Berlin-Verbindung dem Flughafen jährlich rund 150.000 Passagiere gebracht. Barke, der auch Aufsichtsratschef am Saar-Airport ist, sieht im Engagement der British Midland Regional deshalb auch einen Beitrag, den Flughafen und die damit verbundenen Arbeitsplätze weiter zu stabilisieren. Schließlich benötige man das Personal ja auch künftig, um neben dem Linienflugverkehr vor allem die zahlreichen Urlaubsflüge von Saarbrücken aus anbieten zu können. Allerdings müsse auch die British Midland Regional Gewinne ausweisen. Deshalb komme es jetzt auch darauf an, die Maschine auszulasten. British Midland Regional zählt 20 Maschinen vom Typ Embraer 135 sowie Embraer 145 zur Flotte, bedient 35 Ziele in elf europäischen Ländern und beschäftigt rund 400 Mitarbeiter.

Das die neue Verbindung nicht als Einbahnstraße gesehen werden kann, zeigte schon der erste Flug. In der Maschine aus München saß auch Andreas Tyroller aus München. Er arbeitet für die Scheer Group des saarländischen IT-Unternehmers August Wilhelm Scheer. Es sei ein sehr guter und angenehmer Flug gewesen, sagt Tyroller, und fügt hinzu: „Ich werde künftig öfter hier an der Saar sein.“