Heizkraftwerk bleibt vorerst dunkel Energiekrise: Saarbrückens „Leuchtturm“ an der Römerbrücke wird abgeschaltet

Saarbrücken · Die Energiekrise hat in Saarbrücken erste sichtbare Auswirkungen: Energie SaarLorLux spart Strom und lässt die Illumination des Kraftwerkschornsteins an der Römerbrücke vorerst aus.

Er war ein nächtliches Wahrzeichen von Saarbrücken, der angestrahlte Schornstein des Heizkraftwerks Römerbrücke des Stromerzeugers Energie Saar Lor Lux. Nun hat der Konzern angekündigt, die Beleuchtung in Zeiten der Energiekrise aus Spargründen vorerst nicht mehr einzuschalten.

Er war ein nächtliches Wahrzeichen von Saarbrücken, der angestrahlte Schornstein des Heizkraftwerks Römerbrücke des Stromerzeugers Energie Saar Lor Lux. Nun hat der Konzern angekündigt, die Beleuchtung in Zeiten der Energiekrise aus Spargründen vorerst nicht mehr einzuschalten.

Foto: dpa/Oliver Dietze

Das nächtliche Saarbrücker Wahrzeichen an der Saar wird vorerst nicht mehr weithin farbig leuchten: Der Stromkonzern Energie SaarLorLux hat angesichts der Energiekrise angekündigt, den Schornstein seines Kraftwerks an der Römerbrücke nicht mehr zu illuminieren. „Um ein Zeichen zu setzen und mit gutem Beispiel sichtbar in Saarbrücken voranzugehen, wird vorläufig und mit sofortiger Wirkung weder der Schornstein des Heizkraftwerkes Römerbrücke noch das Haus der Zukunft, der Firmensitz der Energie SaarLorLux, nachts farbig beleuchtet“, erklärte Joachim Morsch, Vorstand und Sprecher der Energie SaarLorLux.

Seit Jahrzehnten ist der Schornstein nachts ein absoluter Hingucker in Saarbrücken. Auch zu politischen Anlässen wurde das Farbspiel in der Vergangenheit genutzt, etwa durch ein blau-gelbes Farbspiel in den ukrainischen Landesfarben, um die Solidarität mit dem von Russland angegriffenen Land zu unterstreichen.

Kraftwerk an Römerbrücke in Saarbrücken dunkel: SaarLorLux will Energie sparen

„Natürlich sparen wir auch an vielen weiteren Punkten Energie ein“, betonte Morsch in einer Mitteilung. Die Mitarbeiter des Konzerns seien gehalten, die Klimaanlagen nur im absoluten Bedarfsfall einzusetzen und dann die Raumtemperatur auf maximal 25 Prozent herunterzuregeln. Um den Wärmeverlust im kommenden Winter so gering wie möglich zu halten, würden derzeit alle Fenster im Haus der Zukunft, dem Firmensitz der Energie SaarLorLux an der Ecke Dudweiler Straße/Richard-Wagner-Straße, durch moderne Isolierfenster ersetzt, so Morsch. „Die Raumtemperatur wird im kommenden Winter abgesenkt. Alle Mitarbeiter werden durch regelmäßige interne Kommunikation immer wieder zum Energiesparen aufgefordert“, erklärte der Firmenchef weiter.

Auch die Kunden unterstütze der Konzern Energie SaarLorLux seit vielen Jahren mit konkreten Ratschlägen zum Energiesparen, hieß es. Bis Ende nächster Woche werde der Internetbereich des Unternehmens um viele Tipps erweitert. In allen Kundenschreiben und den Kundenmagazinen weise das Unternehmen die Bürgerinnen und Bürger auf Einsparpotentiale hin. Energie SaarLorLux gehört mehrheitlich die belgisch-franzöischen Stromriesen Engie, die Saarbrücker Stadtwerke halten 49 Prozent. „Wir appellieren an alle, sich uns anzuschließen! In jedem Haushalt und jedem Unternehmen gibt es noch Möglichkeiten, Energie einzusparen. Das dient nicht nur dem Klimaschutz und der Versorgungsicherheit, sondern entlastet auch das Portemonnaie”, sagte Morsch.

Der Angriffskrieg auf die Ukraine habe weltweite Auswirkungen auf die Energieversorgung, die momentan noch nicht absehbar seien. „Die Gaslieferungen aus Russland sind verknappt und aufgrund der hohen weltweiten Nachfrage steigen die Energiepreise nicht nur auf dem Weltmarkt, sondern auch in Deutschland“, sagte Morsch. Die Energiewirtschaft arbeite im engen Schulterschluss mit der Bundesregierung mit Hochdruck daran, die Energieversorgung zu diversifizieren, neue Importquellen zu erschließen und den Ausbau der Erneuerbaren Energien voranzutreiben. Engie betreibt auch noch zwei Atomkraftwerke in Belgien (Tihange und Doel), deren Sicherheit von den Nachbarn in Deutschland und Luxemburg stark kritisiert wird.