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Eine spannende Kunstadresse in der Ludwigstraße

Es tut sich was in Malstatt : „Ludwigstraße 60“: Hier ist die Kunst ganz jung

Die Hochschule der Bildenden Künste gibt ihren Studierenden in einem Projektraum in Malstatt freie Hand.

Das untere Malstatt ist um eine spannende Kunstadresse reicher. Denn in der Ludwigstraße 60 hat der Asta, der Allgemeine Studierendenausschuss der Hochschule der Bildenden Künste Saar, HBK, seit September einen neuen Projektraum angemietet.

„Die zwei Räume sollen für Projekte aller Fachrichtungen der HBK dienen. Zum Anfang sind zwei Gruppen von Studierenden drei Monate für die Räume zuständig. Die Gruppen bestehen aus Studierenden der Freien Kunst und des Produktdesigns. Das Ganze ist also zwischen Kunst und Design angesiedelt“, erklärt Hannes Brischke aus dem Grafikteam.

Der Projektraum wird von den Studierenden ehrenamtlich organisiert, die Verwaltung liegt in der Hand von zwei sogenannten Hiwis, zwei studentisch- wissenschaftlichen Hilfskräften. Die Studierenden wechseln sich ab, es sollen auch untere Semester gemeinsam mit Älteren in und für den Projektraum selbstständig arbeiten.

„Das Ganze dient als Dachstruktur für Praxiserfahrungen“, sagt Hannes Brischke weiter. „Aber zuerst haben wir alles renoviert und neu gestrichen“, erzählt Leonie Scheidt. Sie ist Studierende der HBK und aus dem Team Freie Kunst.

Die beiden ineinander übergehenden Räume sind durch eine große Schaufensterfront komplett zur Ludwigstraße hin einzusehen. Das macht die Räumlichkeit interessant, denn alles, was in den Räumen passiert, kann man auch von außen betrachten.

Und gleich zur Eröffnung hatte man eine witzige Idee. Denn die beiden Räume mussten genau vermessen werden, damit die nächsten Studierenden die Maße kennen. „Wir haben Florian Budke, er studiert Kommunikationsdesign, die Räume gezeigt, und er hat alle Maße aufgenommen“, sagt Leonie Scheidt. Und die Maße hat er gleich überall sichtbar in knallgrüner Folie angebracht. Als temporäre Installation. Und da die Räume kleine Wandvorlagen, tiefer hängende Deckenteile oder kleine Vorsprünge haben, sind da einige Maße und grüne Zeichen und Zahlen zusammengekommen.

Aus der Gruppe der Freien Kunst hat Leonie Mertes eine leichte, weiße Lichtzeichnung an den großen Fenstern angebracht. Das irritiert, strukturiert und verändert sowohl den Blick von innen nach außen als auch umgekehrt. Überhaupt haben sich die beiden Teams, die derzeit die Räume bespielen, viel vorgenommen.

Eröffnet wurde der Projektraum „Ludwigstraße 60“ erst letzte Woche. Aber schon am 29. Oktober steht die nächste Vernissage an. Leonie Scheidt, Rose Vöhringer, Donya Baghiri Fard, Laura Fenrich, Isabelle Hardtmann, sowie Hannes Brischke, Fiona Arenz, Sebastian Schuster und Yuanyu Lin aus dem Grafikteam widmen ihr dreimonatiges Programm des Projektraums zwar dem Thema „nichts tun“, gleichzeitig organisieren sie Filmabende, Vorträge und einen Lesekreis.

„Das Thema ,nichts tun’ spiegelt die derzeitige Situation wider“, erklärt Leonie Scheidt. Denn während der Coronakrise sei jeder sehr produktiv, wenn auch oft ohne Produkt. Außerdem wollen die Studierenden versuchen, mit dem Viertel zu interagieren, die Menschen auf die Räume aufmerksam zu machen.

Erst mal wird das Projekt „Ludwigstraße 60“ für ein Jahr durchgeführt, die Räume sind für zwölf Monate angemietet. In der Zeit haben die Studierenden die Möglichkeit, eigene, praxisorientierte Erfahrungen zu sammeln. Und das alles neben dem Studium. Was für unterschiedliche, freie, neue und frische Ideen dabei herauskommen werden, macht das Projekt „Ludwigstraße 60“ spannend.

„Ludwigstraße 60“ – ein neuer Ausstellungsraum des ASTA der HBK Saar. Weitere Informationen unter: www.ludwigstrasse60.de und https://galerie.hbksaar.de/news