"Eine IBA kann man nicht verordnen"

Saarbrücken. Es gibt noch kein Thema, es gibt noch keine Träger-Struktur, es gibt vor allem noch keine Grundsatzentscheidung der Landesregierung, ob es überhaupt eine Internationale Bauausstellung (IBA) geben soll im Saarland. Doch letztere ist in Arbeit, das bestätigte ein Sprecher des Finanzministeriums auf SZ-Nachfrage

Saarbrücken. Es gibt noch kein Thema, es gibt noch keine Träger-Struktur, es gibt vor allem noch keine Grundsatzentscheidung der Landesregierung, ob es überhaupt eine Internationale Bauausstellung (IBA) geben soll im Saarland. Doch letztere ist in Arbeit, das bestätigte ein Sprecher des Finanzministeriums auf SZ-Nachfrage. Zur Zeit werde eine Ministerratsvorlage vorbereitet, damit eine interministerielle Arbeitsgruppe eine Potenzialanalyse erstellen könne - wie im Kooperationsvertrag vereinbart. Diese Studie sei die Basis für das Ja oder Nein der Landesregierung. Nach SZ-Informationen soll die Entscheidung für oder gegen eine IBA wohl Mitte 2013 fallen.Bis dahin wird also vor allem verwaltungsintern gearbeitet. Der dicke Rest, nämlich für eine IBA zu werben, hängt am Erfinder - an HTW-Professor Stefan Ochs - und seinen Unterstützern. Es sind dies bisher vordringlich die Grünen und die Architekten-Verbände. Das soll sich ändern, sagt Markus Ott, Vorsitzender des Bundes Deutscher Architekten (BDA) im Saarland. Die IBA müsse eine "Bewegung von unten" werden, man könne sie nicht verordnen. Ott hält eine sehr breite Kommunikation für zwingend, möchte Kulturschaffende, die Kirchen, Kommunen und Vereine gewinnen. Denn: "Es geht bei einer IBA nicht ums Bauen, es ist keine Beton-Veranstaltung. Sondern es geht darum, das Nachdenken über die Weiterentwicklung der Region zu aktivieren." Man müsse einen Mangel oder ein Problem definieren und dann beispielhafte Projekte erarbeiten oder bereits bestehende durch das Label IBA landesweit bekannt machen, so Ott. Er warnt davor, die IBA zu hoch zu hängen, etwa durch den Vergleich mit der aktuellen IBA in Hamburg, die für riesige Summen einen neuen Stadtteil aus dem Boden gestampft habe.

Als Vorbild empfiehlt er Sachsen-Anhalt. Dort habe man es durch eine IBA geschafft, das Kirchturmdenken der Kommunen zu überwinden. Der Etat der IBA habe eine Million Euro pro Jahr betragen, für das Büro und Fördergelder. Ott meint: "Oft braucht es nicht das große Geld, sondern es reicht die öffentliche Würdigung. Wenn Kommunen sagen können: Unser Projekt ist bei der IBA mit dabei." Foto: Iris maurer