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Vortrag
Eine Bilderreise nach Brasilien

Ein Fischer an der brasilianischen Küste.
Ein Fischer an der brasilianischen Küste. FOTO: Hans J. Hess
Saarbrücken. Was er auf seinen Reisen erlebt hat, zeigt Referent Hans J. Hess in einem Multivisionsvortrag.

Brasilien steht im Mittelpunkt eines Multivisionsvortrags am Freitag, 27. April, um 18 Uhr im Schlosskeller Saarbrücken. Referent Hans J. Hess erzählt von seinen Reisen nach Brasilien und präsentiert dazu Bilder. Musikalisch wird der Abend von der in Saarbrücken beheimateten Formation „Pandeiros do Sol“ begleitet. Veranstalter sind die „Freunde des Abenteuermuseums e.V.“ und die VHS Saarbrücken


Tudo bem? Tudo bem! – Alles gut, das hört man oft im Alltag der Brasilianer. Das meist schöne Wetter, der rhythmische Samba, die schmackhaften Caipis und traumhafte Strände erzeugen auch bei Reisenden ein ähnliches Gefühl nach wenigen Urlaubstagen. Aber wie ist es denn abseits der Traumorte wie Rio oder im privaten oder beruflichen Alltag?

In mehreren Reisen nach und in Brasilien seit 2007 und zuletzt im Oktober 2016 konnte Hans J. Hess dieses Land kennenlernen. Zu Beginn seines Vortrags zeigt er Bilder des brasilianischen Karnevals. Im Anschluss leitet die Bilderreihe das Publikum nach São Paulo, dem wirtschaftlichen Zentrum Brasiliens. Allein über 1000 deutsche Firmen sind dort ansässig, das Leben ist geprägt von Arbeit, Familienleben und auch Verkehrschaos, berichtet der Referent. Und dann lockt schon die nahe, landschaftliche schöne Küste mit subtropischem Regenwald, Sandstränden und hübschen Inseln.



Ähnlich betriebsam geht es im kleinen Bundesstaat Santa Catarina zu, in dem viele deutschstämmige Auswanderer ein neues Leben begannen. Auf der Hauptstadtinsel Santa Catarina fühle man sich wie in Florida, im Landesinneren zeigen sich Orte wie Blumenau im Schwarzwald-Look. Ganz viel Wildnis und Naturenergie kann man im Dreiländereck von Brasilien, Argentinien und Paraguay erleben. Die Wasserfälle von Iguazu repräsentieren für den Autor das gewaltigste Naturerlebnis seiner Reisen, das nahe, gigantische Wasserkraftwerk Itaipu ist für Technikinteressierte ein Muss, wenn auch ökologisch kontrovers.

Die Bilderreise macht dann einen großen Sprung von 3000 Kilometern nach Nordosten in den trocken-heißen Bundesstaat Pernambuco. Die Hauptstadt Recife ist das Wirtschaftszentrum, aber auch beliebtes Ferienziel für Brasilianer. Das nahe, malerische Olinda lässt die portugiesisch-niederländische Vergangenheit spüren. Man sollte dann auch unbedingt einige erholsame Tage an einem der schönsten Strände von Brasilien – in Tamandaré – verbringen, empfiehlt der Referent.

Ein Muss für Musikliebhaber westafrikanischer Art ist für Hess der Bundesstaat Bahia (so groß wie Frankreich) mit der Hauptstadt Salvador. Dort gibt es beeindruckende koloniale Architektur zu bestaunen. Die ehemals brasilianische Hauptstadt verdiente damals viel Geld im Sklavenhandel und mit Zucker- und Kakaoplantagen. Mit den Afrikanern kam auch die Perkussion nach Brasilien, und heute ist Salvador laut Hess ein Eldorado für Freunde und Musiker des Sambas.

Dorthin reisen alle paar Jahre Mitglieder der saarländischen Percussiongruppe Samba O-Leck zwecks Weiterbildung und Kulturaustausch, zuletzt im Oktober 2016. Wer kann sollte frühzeitig den größten Straßenkarneval der Welt einplanen, empfiehlt der Referent. Nach (zu) viel Musikanstrengung können natürliche Strände und Naturparks in der Nähe der Erholung dienen.

Und was wäre Brasilien ohne Rio de Janeiro? Selbst wenn 1960 der Status als Hauptstadt an Brasilia ging. Seine Bekanntheit und Beliebtheit als Lebens- und Reiseziel verdankt die Stadt vor allem ihrer wunderschönen Lage zwischen von Dschungel überwucherten Küstengebirgen und dem Meer. 13 Millionen Menschen leben dort mit zum Teil starkem sozialem Gefälle auf engem Raum zwischen Bergen und Meer. Über die Fußball-Weltmeisterschaft und die Olympischen Spiele floss viel Geld in die Stadt, leider nicht immer zum Wohle Aller: sinnlose Investitionsruinen und anhaltende Korruptionsskandale zeugen davon, meint der Veranstalter. Rio gilt dennoch weiterhin als attraktive Weltstadt, das Strandleben an Copacabana und Ipanema hat inoffiziellen Weltkultur-Status, und die Musikszene kennt keine Sperrstunde. Mit Foto-Eindrücken vom Zuckerhut, Christusstatue und der Bucht von Rio endet die Bilderreise an diesem Abend.

Wasserfälle von Iguazu.
Wasserfälle von Iguazu. FOTO: Hans J. Hess
Der Zuckerhut in Rio de Janeiro.
Der Zuckerhut in Rio de Janeiro. FOTO: Hans J. Hess