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Kaufhaus der besonderen Art
In Saarbrücken öffnet ein temporärer Kunstladen

„Süpermarket“ heißt der temporäre Kunstladen, den Veronique Verdet gegenüber von der Modernen Galerie eröffnet.
„Süpermarket“ heißt der temporäre Kunstladen, den Veronique Verdet gegenüber von der Modernen Galerie eröffnet. FOTO: verdet / Veronique Verdet
Saarbrücken. Véronique Verdet will im Dezember Kunstobjekte aller Art in ihrem „Süpermarket“ zum Kauf anbieten. Von Silvia Buss

Weihnachten ist im Anmarsch. Alle suchen jetzt Geschenke. Wie wär‘s denn mal mit Kunst, für die Lieben oder auch gern für sich selbst? In Saarbrücken gibt es die demnächst auch im Supermarkt. Pardon, „Süpermarket“ heißt er, denn seine Betreiberin Véronique Verdet ist Französin. Und Künstlerin. Am 2. Dezember um 15 Uhr macht sie auf. In einem leer stehenden Laden in der Bismarckstraße, gleich gegenüber der Modernen Galerie, kann man bis zum 23. Dezember Kunst aller Arten von Künstlern aus Saarbrücken, Luxemburg, Berlin, Potsdam und Finnland kaufen.


„Wir haben in Saarbrücken ja leider keine Plattform, um unsere Kunst direkt zu verkaufen, wir wollen und müssen aber alle verkaufen“, erklärt Véronique Verdet, warum sie den temporären Kunstladen einrichtet. „Und wir können ja nicht nur jammern, wir müssen auch Initiative ergreifen“, fügt sie hinzu. Aber Spaß mache ihr das auch. Denn sie hat nur Künstlerinnen und Künstler eingeladen, die ihr gefallen, gute Freunde und Kollegen, darunter auch einige, die sie bei Künstlerresidenzen im In- und Ausland kennengelernt hat. So wie die Finnin Hanna Järvenpää oder die Luxemburgerin Diane Jodes.

Die über ein Dutzend Saarbrücker, die teilnehmen, sind keine Unbekannten. Die Liste liest sich wie ein „Who is who“ der regionalen Kunstszene: Angefangen von Andrea Neumann und Armin Rohr über Claudia Brieske (inzwischen Berlinerin), Cone the Weired und Leslie Huppert bis hin zu Véronique Verdet selbst. Die meisten seien jetzt noch am Einpacken ihrer Werke, sagt Verdet. „Ich bin gespannt, was sie mir schicken.“ Sie erwartet Druckgrafiken, Zeichnungen, Malerei, kleine Objekte, Keramik, Fotografien, aber auch Comics und verspricht: „Es wird sehr gemischt sein.“ Auch preislich. „Ich möchte ja, dass möglichst viele Leute sich Kunst kaufen können“, betont Verdet. Was aber nicht bedeuten soll, dass es in ihrem Süpermarket Schnäppchenpreise geben wird, denn niemand soll sich ja unter Wert verkaufen. „Wir werden Arbeiten für 800 oder 1200 Euro haben, aber Bilder für 150 bis 250 Euro“ sagt sie. Aber auch schon mit zwei Euro für Künstlerpostkarten ist man dabei.



So ein Laden mit Supermarkt-Charakter, hat Verdet bei ihrem ersten Versuch 2013 im Nauwieser Viertel festgestellt, senke die Hemmschwelle beträchtlich. Auch in Gesprächen habe sich damals gezeigt, dass Leute sich hineintrauten, die nie in eine Galerie gegangen wären. Auch Verdet traut sich diesmal mehr: Der Laden in der Bismarckstraße ist nicht viel größer, sie hat ihn auch für einen ganzen Monat gemietet. Die ganzen Kosten, die Kaution, die Miete, den Transport, die Einrichtung, die Getränke bis hin zu den umweltfreundlichen Pappbechern, trägt sie selbst, beziehungsweise tritt in Vorlage. „Ich hab‘ schon ein bisschen Bauchschmerzen“, seufzt sie, „aber ich hoffe, es wird gut“.

Süpermarket, Bismarckstr. 10 (gegenüber Moderne Galerie), 2. bis 23 Dezember. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 14 bis 18 Uhr, Samstag, 11 bis 19 Uhr.