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Eberhard Killguss' Skultpur vor dem Haus der Wirtschaft

Kunst im öffentlichen Raum : Strenge Architektur trifft auf „Sinnbild der Dynamik“

Die Plastik von Eberhard Killguss vor dem Haus der Wirtschaftsförderung in der Franz-Josef-Röder-Straße in Saarbrücken.

Manch einer, der das „Artrium – Haus der Wirtschaftsförderung“ in der Saarbrücker Franz-Josef-Röder-Straße besucht hat, wird vor dem Betreten den Kopf gehoben haben. Denn die namenlose Skulptur des saarländischen Künstlers Eberhardt Killguss direkt vor dem Eingang misst über sieben Meter in der Höhe und wiegt mehr als dreieinhalb Tonnen.

Die Eisen-Skulptur wurde im Jahr 2006 von der Gebäudeeigentümerin Gekoba GmbH und Partner gespendet und akzentuiert seither die moderne, sehr geometrische Fassade des Gebäudes mit seinen regelmäßigen Fensterreihen, dem Glaskubus als Eingangsbereich und der Seite mit innenliegenden Balkonen.

Auf zwei Stahlstelen erhebt sich in lichter Höhe das eigentliche Kunstwerk, bestehend aus mehreren ineinander greifenden, unregelmäßigen Ringen, die aus den Stelen erwachsen. An den Stelen ist zusätzlich ein kleines Eisenelement angebracht, wie ein Blatt am Stängel einer Pflanze. Die acht Ringe in unterschiedlichen Grautönen verkleinern ihren Durchmesser zum Zentrum der Skulptur hin, am äußeren Ring ist ein kleiner, hellgrauer Zylinder angebracht. Im Mittelpunkt der Plastik befindet sich eine kleine, rote Spirale. Sie sei „ein Sinnbild der Dynamik“, erklärte Eberhardt Killguss bei der Vorstellung des Kunstwerks im September 2006.

Das unregelmäßige Spiel der nicht ganz kreisrunden Formen mit den strengen, geometrischen Formen des Gebäudes dahinter macht den eigentlichen Reiz der Großplastik aus.

Eberhardt Killguss, der eigentlich Eberhardt Koch heißt, wurde 1938 in Beckingen geboren. Nach einer Keramiklehre wurde er an der Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken aufgenommen und studierte bei Professor Theo Siegle Bildhauerei, später auch an der Kunsthochschule in Antwerpen und an der „scuola di marmo“ in Carraca.

Seit 1964 arbeitet Eberhardt Killguss freischaffend. Besonders populär ist der Künstler im Kreis Saarlouis, wo heute verschiedene seiner Arbeiten im Öffentlichen Raum zu sehen sind.

Seine Werke versprühen einen ganz eigenen Charme. Denn der saarländische Künstler arbeitet gerne mit Assemblagen aus Fundstücken, vorgefertigten Metallteilen oder Holzstücken. Daraus baut Eberhardt Killguss Objekte, die entfernt an Figuren oder Gegenstände erinnern können, dem Betrachter aber oft rätselhaft erscheinen.

In Saarbrücken ist eine weitere Arbeit von ihm zu sehen. Das „Haus der Datenverarbeitung“, ein Bürogebäude in der St. Johanner Preußenstrasse, von Architekt Heinz Schuh im Jahr 1971 erbaut, zeigt eine auffällige, eigenwillige und komplett als Relief gestaltete Fassade des Künstlers.