Drei Jahre Sams Bistro in der Richard-Wagner-Straße

Musikkneipe : Die Multikulti-Bühne am Rande des Nauwieser Viertels

Seit drei Jahren betreibt Samira Dehayni eine Musik-Kellerkneipe in der Richard-Wagner-Straße 67 am Rande des Nauwieser Viertels. Ihr Lebensgefährte Tom unterstützt sie nach besten Kräften und knüpft die Kontakte in die saarländische und nahegelegene französische Musikszene.

Früher hieß der Laden Route 66, doch seit der Übernahme heißt er Sams Bistro.

Klare Ziele der beiden: Livemusik und marokkanische Küche. „Wir sind hier wirklich multikulti, versuchen alle Strömungen zu verbinden, was in der heutigen Zeit ja selten ist“, sagt Tom. Im Keller unter dem City-Hotel spielen seit drei Jahren regelmäßig Bands, es es gibt jede Woche Live-Sessions.

Tom steuert seine Musikanlage und einige seiner Instrumente bei. Schließlich macht er selbst schon jahrelang Musik, derzeit mit der Krautrock-Band Lavaskop. Ein großes Plakat des legendären Rock-Festivals bei Germersheim von 1972 an der Wand zeigt, welche Musik ihm am Herzen liegt: Jene der Hippie-Ära Ende der Sechziger, Anfang der Siebziger.

Damals spielten auf einer Insel am Rhein unter anderem Pink Floyd, Uriah Heep und The Kinks. Mittendrin: der 15-jährige Tom. Den Rock von damals hört der 61-jährige immer noch gern. Iron Butterflys Keyboarder Martin Gerschwitz dürfte bisher der berühmteste Rockmusiker gewesen sein, der den Weg auf die Bühne des Bistros fand.

Allerdings kam es auch schon vor, dass sich eine Rockgröße in den Laden verirrte, weil sie im Hotel obendrüber untergebracht war. So war das bei Brant Bjork, dem ehemaligen Schlagzeuger der Stoner-Rockband Kyuss. „Ich kannte ihn nicht und hab’ ihn gefragt, was er so für Musik macht“, erzählt Tom. „Als ich ihm unsere CD von Lavaskop vorspielte, fand er die so gut, dass er nach oben ging und mir eine LP von sich schenkte.“

Ein anderes Mal kam eine Zauberer- und Comedy-Truppe runter: „Die haben a cappella etwas gesungen, da hab ich denen erst mal einen ausgegeben. Anschließend haben sie die Theke mit Zauberkunststücken unterhalten bis tief in die Nacht.“

Als Musikkneipe ist Sams Bistro offen für lokale Bands. Fast jeder bekommt dort mal seine Chance. Sam und Tom sind aber nicht nur auf Rockmusik festgelegt: Es können auch Jazz- oder Latin-Formationen oder Singer/Songwriter in Sams Bistro auftreten.

Manchmal ergeben sich die Kontakte zu Bands über Musiker, die bei den Jamsessions auftauchen. Montags wird im Bistro psychedelisch bis bluesig gerockt, mittwochs sind Akustik-Jamsessions mit dem betriebseigenen Klavier.

Freitags finden manchmal ruhigere Konzerte statt, samstags gibt es Livemusik und ein marokkanisches Büfett. Zum dreijährigen Bestehen war die saarländische Rockband Elicona eingeladen.

Deren Gitarrist Rudolpho Gugliotta war voll des Lobes für die Kellerkneipe: „Die Stimmung ist familiär. Montags oder mittwochs trifft man immer andere, mit denen man spielen kann.“ Oft bei diesen Sessions anwesend ist Barbara Zeimet, der die Pflege der Rockmusik besonders am Herzen liegt, ist sie doch Beisitzerin beim Verein Musikbüro Saar: „Mir ist das wichtig, Sams Bistro zu unterstützen. Ich bin gern hier, vor allem wenn Livemusik ist.“

Onkel Sams Bistro ist in den vergangenen drei Jahren zum festen Bestandteil der Saarbrücker Musikszene geworden. Foto: Sebastian Dingler

Die nächsten Konzerte: 8. November: Samantha Pearl, 9. November: Joe’s Garage, 15. November: 2minusBass, 16. November: Times and Tales.

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