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Ausstand in Saarbrücken
Donnerstag Streik in städtischen Kitas: Kein Notdienst

Draußen bleiben: Am Donnerstag (22. März 2018) droht wegen eines Warnstreiks vielen Eltern mit Kleinkindern Probleme wegen geschlossener Kitas. (Symbolbild).
Draußen bleiben: Am Donnerstag (22. März 2018) droht wegen eines Warnstreiks vielen Eltern mit Kleinkindern Probleme wegen geschlossener Kitas. (Symbolbild). FOTO: dpa / Jan Woitas
Saarbrücken. Der Tarifkonflikt im Öffentlichen Dienst nimmt an Schärfe zu. Das bekommen Eltern zu spüren, deren Nachwuchs in städtischen Kitas untergebracht sind. Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

Warnstreik in den städtischen Kindertagesstätten (Kitas): Das hat ein Sprecher der Landeshauptstadt Saarbrücken mitgeteilt. Zu dem befristeten Ausstand rufe die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für Donnerstag, 22. März auf. Es werde keinen Notdienst geben. Für die Stadtverwaltung als Trägerin der Kitas sei nicht planbar, welche Einrichtungen in welchem Umfang ihren Betrieb einschränken oder ganz einstellen.


Auch Schulen betroffen

Aus diesem Grund bittet die Stadt die Eltern, sich rechtzeitig in ihren Kitas zu informieren, ob die Betreuung am Donnerstag, 22. März, gewährleistet ist. Es sei damit zu rechnen, dass einzelne Kitas komplett geschlossen bleiben; insbesondere Rußhütte (Montessori-Kinderhaus), Rehbachstraße, Pfaffenkopf und Klarenthal, heißt es in einer Mitteilung. Des Weiteren kann es auch im sozialpädagogischen Bereich der Ganztagsgrundschulen – im Nachmittags- und im Hortangebot – zu Einschränkungen kommen.

Das gesamte Saarland betroffen

Bereits während der vergangenen Tage kam es landesweit zu Arbeitsniederlegungen. Unter anderem waren Kitas am Dienstag (20. März 2018) in Neunkirchen betroffen. Aber auch Mitarbeiter der Müllabfuhr und des Baubetriebshofs streikten. Sie demonstrierten in der Neunkircher Innenstadt. Für die Kleinkinderbetreuung standen Notgruppen parat, anders als jetzt in Saarbrücken zu erwarten.



Weitere Streiks stehen unter anderem im Saarpfalz-Kreis (Kirkel, Bexbach, Homburg) am Mittwoch (21. März 2018) an. Am Donnerstag beteiligen sich Belegschaften nicht nur in Saarbrücken an der Arbeitsniederlegung: In Saarlouis schließen sie sich nach Gewerkschaftsangaben an. Am Freitag (23. März 2018) folgt Merzig.

Das fordert die Gewerkschaft

Die Gewerkschaft Verdi verlangt in dieser Tarifauseinandersetzung für die rund 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes in Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Gleichzeitig sollen die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro pro Monat erhöht werden. Zudem verlangt Verdi, Auszubildende nach einem erfolgreichen Abschluss verpflichtend zu übernehmen.

Die nächste Tarifverhandlungsrunde wurde für 15./16. April in Potsdam vereinbart.