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Die vergnügliche Welt der Philosophie

Philosophie-Kolumne : Wo Macron Benjamin Blümchen trifft

Macron, Luther oder Benjamin Blümchen? Unser Autor tat sich schwer, sich für eine dieser Lektüren zu entscheiden. Doch es gibt ja noch die Philosophen.

Emmanuel Macron hätte wohl nie damit gerechnet, dass er mal zur selben Zeit wie Martin Luther, die vier Evangelisten und Benjamin Blümchen an einem Ort auftaucht. Doch es ist geschehen, auf dem Bücher-Wühltisch einer der Buchhandlungen meiner Wahl.

„Revolution. Wir kämpfen für Frankreich“ lautet der schmissige Titel den Frankreichs Präsident unlängst auf den Markt brachte. Zu haben für 7,95 Euro, damit billiger als die illustrierten Abenteuer des kleinen lustigen Elefanten (9,95 Euro) und die Bibel-Übersetzung von Luther (glatte zehn Euro). Jedes einzelne dieser Bücher ist es bestimmt wert gelesen zu werden, doch meine Wahl fiel auf „Die illustrierte Welt der Philosophie“ von Charles Pépin und Jul, immerhin beide auch Franzosen, einer Philosophielehrer, der andere Comic-Zeichner.

Nichts gegen Martin Luther, aber auch dieses Buch hat zuweilen wahrhaft biblische Ausmaße. Da macht Konfuzius (551-479 v. Chr.) in einem Asia-Imbiss eine eher schlechte Figur und Diogenes (404-323 v. Chr.) findet als zynischer Immobilienhändler zu seiner wahren Berufung. Montaigne dagegen (1533-1592) sucht im Online-Chat nach einem Seelenverwandten. Nicht ganz einfach, denn sein Bekenntnis lautete, „und auf dem erhabensten Thron der Welt sitzen wir immer nur auf unserem Hintern“. Schwere Kost, das zieht einen runter. Benjamin Blümchen liest sich leichter.