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| 20:29 Uhr

Stadtbibliothek
Die Stadtbibliothek wird aufgepeppt

Stadtbibliothek Saarbrücken: Lucia in der Abteilung Kinderbuch. Künftig sollen Kinder hier auch den Umgang mit Videospielen lernen.
Stadtbibliothek Saarbrücken: Lucia in der Abteilung Kinderbuch. Künftig sollen Kinder hier auch den Umgang mit Videospielen lernen. FOTO: Iris Maria Maurer
Saarbrücken. Der neue Leiter Gerald Schleiwies will in eine moderne Software investieren und das Angebot für die Nutzer ausweiten. Von Silvia Buss

„Bibliotheken waren immer aktuell, aber auch permanent in Bewegung“, sagt Gerald Schleiwies, der neue Leiter der Saarbrücker Stadtbibliothek. Seit über 100 Tagen ist er nun im Amt, hat sich ein Bild der Lage gemacht und will in der Stadtbibliothek nun eine Menge bewegen, sprich: weiterentwickeln. Das beginnt bei der Bibliothekssoftware, die völlig veraltet sei, erklärte er kürzlich im Kulturausschuss, wo er seine Pläne vorstellte. Nur ein Problem dieser Software: Sie sei nicht „mobilfähig“. Auf Smartphones sei der Online-Katalog so viel zu winzig und kaum lesbar. Dadurch, fürchtet Schleiwies, verliere man viele Nutzer. Die Software biete auch keine Schnittstelle zur Deutschen Nationalbibliothek, um so kostenlos auf deren Datensätze zugreifen zu können. Und auch nicht zur Kasse, zur Kämmerei, womit sich die Gebühren einfacher bearbeiten ließen. Da es in ganz Deutschland derzeit jedoch keine zeitgemäße Bibliothekssoftware gebe, will Schleiwies erreichen, dass sich Saarbrücken an einem Pilotprojekt zur Entwicklung einer neuen beteiligt.

Bisher ist in der Stadtbibliothek nur die Ausleihe automatisiert, durch den Einsatz von Funk-Etiketten (RFID-Technik). Schleiwies will auch die Rückgabe per Automat ermöglichen, um das Personal für Wichtigeres, für die Arbeit mit den Nutzern, vor allem Kindern, einsetzen zu können. Dafür brauche man aber eine neue RFID-Technik, die jetzigen Rechner der Bibliothek liefen noch mit den Betriebssystemen Vista und XP. Dafür gebe es keine Rückgabeautomaten.

Die Stadtbibliotheken haben sich heute von einem Bücherlager und Ausleiheort zu einem Aufenthaltsort gewandelt, an dem allein oder in Gruppen gearbeitet wird. Das sei auch in Saarbrücken der Fall, betont Schleiwies. Da besonders nachmittags alle Plätze belegt seien, will er neue Kapazitäten schaffen, durch Umstrukturierung der Räume. Die Nachfrage nach Sachbüchern sei auch aufgrund der Informationsmöglichkeiten im Internet zurückgegangen. Deshalb könne man die Sachbuchbestände zurückbauen.

Verblüfft habe er festgestellt, dass die Stadtbibliothek gar keine Spiele habe, sagt Schleiwies. „Spiele sind die älteste Kulturtechnik der Menschheit.“ Mit Förderung des Kultusministeriums hat er erst einmal Brettspiele für Erwachsene bestellt, die ab März genutzt werden können. Ab April können sich außerdem Spielgruppen abends im Lese-Café treffen. „Es gibt in Saarbrücken viele Spielgruppen, die händeringend nach Räumen suchen“, hat Schleiwies herausgefunden. Für die Kinder will er demnächst im dritten Stock einen Gameplace eröffnen, in dem Kinder unter Anleitung den Umgang mit Videospielen lernen können, so wie es das auch beim französischen Nachbarn in Thionville und Saargemünd schon gibt und auch in Ludwigshafen.

Auch den Bücherbus will Schleiwies viel öfter als im bisher nur 14-tägigen Rhythmus fahren lassen. Er sei ganz wichtig, denn wie die statistische Auswertung zeige, erreiche man die Kinder in den Außenbezirken nur auf diese Weise. Nicht nur mehr Grundschulen, auch Kitas und Seniorenheime soll der Bus künftig ansteuern und mit „Bilderbuchkisten“ und „Demenzkisten“ versorgen. Langfristig plant Schleiwies den Bus in „die französischen Vororte“ zu schicken. „Aber das“, fürchtet er,  „wird noch ein langer Papierkrieg.“

Gerald Schleiwies ist seit rund 100 Tagen der Leiter der Stadtbibliothek.
Gerald Schleiwies ist seit rund 100 Tagen der Leiter der Stadtbibliothek. FOTO: Martin Rolshausen