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Öffentlicher Nahverkehr
Die Saarbahn bekommt 28 neue Züge

Ein Blick in die Montagehalle der Saarbahn in Brebach. Dieser Zug wird gerade gewartet. Im Vordergrund sieht man den Eingang zu dem Schacht, von dem aus man von unten am Zug arbeiten kann.
Ein Blick in die Montagehalle der Saarbahn in Brebach. Dieser Zug wird gerade gewartet. Im Vordergrund sieht man den Eingang zu dem Schacht, von dem aus man von unten am Zug arbeiten kann. FOTO: Oliver Dietze
Saarbrücken/KÖLLERTAL. Die Saarbrücker Stadtwerke schließen sich mit anderen Städten zusammen, um die Kosten zu senken. Von Jörg Wingertszahn

Die Saarbahn erneuert bis 2027 ihre komplette Zugflotte. Das teilte die Sprecherin der Saarbrücker Stadtwerke, Ulrike Reimann, auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung mit. Da die 28 Züge mittlerweile 20 Jahre alt seien, werde es immer schwieriger, passende Ersatzteile zu bekommen, sagte Torsten Burghardt, Bereichsleiter Infrastruktur Bus und Bahn. Ein Saarbahn-Wagen kostet nach seinen Angaben 5,5 Millionen Euro. Um die Kosten für die Anschaffung zu senken, haben sich die Saarbrücker Stadtwerke einem Konsortium angeschlossen, dem unter anderem Karlsruhe, Kassel und Siegen angehören. In allen Städten ist dieselbe Technik im Einsatz. „Wir bestellen dann keine 28 Züge, sondern hunderte. Das macht die Sache billiger“, sagte Reimann.


Gewartet, repariert und gereinigt werden die Saarbrücker Züge in der Brebacher Werkstatt der Saarbahn, die Anfang September 2012 ihren Betrieb aufgenommen hat. „Am häufigsten gehen die Frontscheiben kaputt“, so Burghardt. „Der Klassiker ist, dass ein Linksabbieger die Verkehrsregeln missachtet und dann in die Saarbahn kracht.“ Es dauert drei bis vier Monate, bis eine Ersatzscheibe geliefert werden kann. Bei größeren Schäden werden die Züge zur Reparatur zum Hersteller geschickt. Ein Zug wird derzeit in Köln repariert, ein anderer bei Bombardier in Wien.

In den meisten Fällen sei Fremdverschulden die Unfallursache. Bei der Aufklärung greifen die Verantwortlichen der Saarbahn sowie die Ermittlungsbehörden auf die Videoaufnahmen zurück, die zwei Kameras am Anfang und am Ende jedes Zuges machen. Auch im Inneren der Saarbahn sind Kameras angebracht, um Zwischenfälle zu dokumentieren und möglichst aufzuklären. Schilder auf den Eingangstüren der Saarbahn machen die Fahrgäste darauf aufmerksam, dass der Innenbereich per Video überwacht wird. „Das gibt manchem Fahrgast etwas mehr Sicherheit und schreckt mögliche Täter von Gewalt ab“, sagt Burghardt. In der Vergangenheit hatten Busfahrer und Zugführer immer wieder über aggressive Fahrgäste geklagt. Viele berichteten von Beleidigungen, Bespucken und physischen Angriffen.



Die zentrale Leitstelle im Brebacher Werkstattgebäude steuert rund um die Uhr Busse und Bahnen. Auf zahlreichen Monitoren sehen die Mitarbeiter der Leitstelle, wo sich Busse und Bahnen aufhalten und ob sie Verspätung haben. Dann können die Mitarbeiter eingreifen und zum Beispiel zusätzliche Fahrer einteilen. „Was gar nicht geht, ist, dass ein Bus zu früh abfährt“, sagt Verkehrsmeister Joachim Breit von der Leitstelle. In dem Fall werde der Fahrer angewiesen, langsamer zu fahren, um pünktlich an der nächsten Haltestelle abfahren zu können. An diesem Tag ist jedoch nur einer für kurze Zeit zu früh unterwegs, dafür mehrere mit Verspätungen.