Die Mythenbringer aus dem Zwielicht

Saarbrücken. Die 2001 gegründete Metal-Band Heralder verortet sich selbst im "saarländischen Hochwald", könnte aber auch irgendwo aus Deutschland oder, wenn man es nicht weiß, aus England kommen. Heralder tut weniger als andere Metal-Bands, dafür aber alles mit dem Anspruch der Gewissenhaftigkeit und Gründlichkeit

Saarbrücken. Die 2001 gegründete Metal-Band Heralder verortet sich selbst im "saarländischen Hochwald", könnte aber auch irgendwo aus Deutschland oder, wenn man es nicht weiß, aus England kommen. Heralder tut weniger als andere Metal-Bands, dafür aber alles mit dem Anspruch der Gewissenhaftigkeit und Gründlichkeit. Der Stil wird als "Epic Metal" bezeichnet, düster und hart, aber auch melodiös und harmonieselig. "Voll in die Leiskaul", wie der Rappweiler Gitarrist und Probenkeller-Chef Stefan Müller auf den Punkt bringt, aber auch, sagen wir mal: barmherzig, gütig.Nur knapp zwei Dutzend Eigenkompositionen wurden in den elf Bandjahren für würdig befunden, veröffentlicht und live gespielt zu werden. Die fünf Musiker und zwei Vokalisten, zwischen 23 und 33 Jahre alt, üben viel und nehmen teilweise sogar Unterricht, um Kleinigkeiten zu verfeinern. Wer eine Ahnung davon bekommen will, wie akribisch, aber gleichzeitig auch entspannt diese Band an ihren Songs feilt, der sehe sich auf Youtube die Videos von der Entstehung der zweiten CD "Echoes" an. Die Scheibe wurde in zweimonatiger Arbeit im Holzer Studio Greywolf von David Vogt produziert und verblüfft durch Musikalität, technisches Können und vor allem bemerkenswert guten Geschmack. Alle Songs klingen rund, eigenständig, harmonisch, ohne Längen und bemühte Passagen - keine überflüssigen Töne, aber auch keine fehlenden. Und live versuchen die "Herolde", die Stücke ebenso druckvoll und filigran zu spielen, wie man sie von der Aufnahme kennt.

Nicht nur dank Sängerin Tina Henschel und Keyboarderin Antje Ihm ist Heralder eine Band, die auch Frauen mögen können. Im Metal-Genre ist das nicht durchgängig üblich. Es liegt wohl am Gesamt-Spirit, der Gruppe, Werk und Bühnenpräsenz umweht. Zur Band gehören noch Sänger Björn Hacket, Schlagzeuger André Erzig, Bassist Torsten Peeß und Gitarrist Dennis Roloff. Zum Gelingen von "Echoes" trug auch der Dorfchor "Chorage" aus Noswendel bei. Bei Konzerten werden die Stimmen vom Band zugespielt. Man darf sich aber auf den Tag freuen, an dem es mal zu einem gemeinsamen Auftritt kommt. Wo es mit Heralder hingehen soll, lassen die Mitglieder entspannt auf sich zukommen. Für sie ist die Musik ein leidenschaftliches Hobby. Je mehr andere sich daran erfreuen, desto schöner. Eine große Karriere käme nicht ungelegen, Hochwald ist aber auch super. wp

An diesem Samstag, ab 19 Uhr, spielt Heralder in der Garage in Saarbrücken (Kleiner Club) und stellt die neue CD im Konzert mit Gravety und Black Messiah vor.

heralder.de