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salome hat Premiere
„Die Musik ist für mich die schönste der Welt“

Ein erster Blick auf die Bühne der Saarbrücker „Salome“. Im Bild Hiroshi Matsui, Markus Jaursch und Peter Schöne.
Ein erster Blick auf die Bühne der Saarbrücker „Salome“. Im Bild Hiroshi Matsui, Markus Jaursch und Peter Schöne. FOTO: Martin Kaufhold / Martin Kaufhold/SST
Saarbrücken. Am Samstag hat die „Salome“ am Staatstheater Premiere. Wir haben Regisseur Jakob Peters-Messer und die Sängerin Pauliina Linnosaari getroffen.

„Und das Geheimnis der Liebe ist größer als das Geheimnis des Todes“, singt Salome in dem Musikdrama von Richard Strauß. Premiere ist am 14. April um 19.30 Uhr im Großen Haus des Saarländischen Staatstheaters. Wie kann es sein, dass Salome die Liebe so hoch bewertet? Schließlich ist sie es doch, die für einen erotischen Tanz den Kopf des Gefangenen Jochanaan fordert und auch bekommt, weil er ihre Liebe verschmäht hat.


Ist Salome also eine narzisstische Femme Fatale? Ein männermordender Vamp? „Eine Fixierung auf Salome würde dem Stück nicht gerecht“, meint Regisseur Jakob Peters-Messer. Er kam über Oscar Wilde zu „Salome“. Auf Wildes Schauspiel fußt das Strauß’sche Musikdrama.

Peters-Messer war fasziniert von den Themen, die Oscar Wilde auffächert, fand dann aber in der Übersetzung von Hedwig Lachmann eine andere Bewertung der Inhalte und Charaktere: Während Wilde eine dekadente Endzeitgesellschaft auffächere, so der Regisseur, in der alles und nichts gilt, in der aber auch verschiedene Ideen, Konzepte, Religionen existieren, akzentuiere Strauß in seiner Oper die überhitzte Atmosphäre von Sexualität und Gewalt.

„Der eigentliche Konflikt ist meines Erachtens die geistige Auseinandersetzung zwischen der zu Ende gehenden diversen Welt der Antike (dargestellt durch die emanzipierte Salome) und der neuen Einheitsideologie des Christentums (verkörpert durch den keuschen Jochanaan)“, erläutert Jakob Peters-Messer.

Man darf gespannt sein, wie sich dieser Konflikt und die Vielschichtigkeit der Themen im Bühnenbild widerspiegeln: Der Regisseur erzählt von einem schwarzen Verlies, in dem Jochanaan eingesperrt und fast wahnsinnig wird, vom Palast des Herodes, vor dessen Wänden sich Ruinenreste stapeln. Davon, dass die Bühne in Bewegung ist und so die psychologischen Ebenen darstellt, und wie alles wie in einem schwarzen Loch verschwindet:



Mit Salomes Tod versinkt auch die pluralistische Gesellschaft der Antike. „Alle Themen in Salome haben auch mit uns zu tun“, gibt Jakob Peters-Messer zu bedenken: Macht Einzelhaft radikal? Ist es überhaupt möglich, zölibatär zu leben? Wie gehen wir mit Andersdenkenden um?

Über all dieser Ernsthaftigkeit aber werden wohl die Kompositionen die Zuschauer in ihren Bann ziehen. „Diese Musik ist für mich die schönste auf der Welt“, schwärmt Pauliina Linnosaari, die die Rolle der Salome singt und verkörpert. „Sie ist rauschhaft, erotisch, sinnlich – eine Traumrolle für jede Sängerin.“ Natürlich tanzt Linnosaari auch den berühmten – neun Minuten dauernden! - Tanz der sieben Schleier. SST-Ballettchef Stijn Celis hat ihn mit ihr einstudiert.

Premiere ist am Samstag, 14. April, 19.30 Uhr, im Großen Haus des Staatstheaters. Weitere Vorstellungen: 20., 25. April, 12., 15., 25. Mai, 3., 21. Juni. Karten: Tel. (0681) 3 09 24 86 und E-Mail
kasse@staatstheater.saarland.
www.staatstheater.saarland.de

Die „Salome“ wird von Pauliina Linnosaari gesungen.
Die „Salome“ wird von Pauliina Linnosaari gesungen. FOTO: Martin Kaufhold / Martin Kaufhold/SST