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Die Friedhöfe in Morsbach öffnen nur noch für die Toten

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona-Virus in Lothringen : Die Friedhöfe in Morsbach öffnen nur noch für die Toten

In der kleinen Gemeinde bei Forbach in unmittelbarer Nähe zu Saarbrücken sind Beerdigungen wegen des Corona-Virus streng reglementiert.

„Klopapier ist kein Problem“, sagt Gilbert Schuh, Bürgermeister von Morsbach bei Forbach. Davon gebe es genug trotz Corona. Zu Beginn der Krise habe es auch direkt hinter der deutsch-französischen Grenze in Lothringen Hamsterkäufe gegeben, Nudeln und Eier waren sehr gefragt. „Aber es ist alles da, es fehlt an nichts“, sagt Schuh, der auch stellvertretender Vorsitzender des Eurodistricts Saar-Moselle ist. Die großen Lebensmittelläden wie Cora in Forbach seien geöffnet, allerdings nicht mehr bis 20 Uhr, sondern nur noch bis 18 Uhr.

Auch in der lothringischen Nachbarschaft ist das öffentliche Leben nahezu zum Erliegen gekommen. Zunächst habe es noch Leute gegeben, die die Lage offenbar falsch eingeschätzt hatten. „Jetzt sieht man nur noch sehr wenige Leute auf der Straße, manchmal jemanden, der mit seinem Hund unterwegs ist.“ Die Polizei kontrolliere sehr streng die Ausgangssperre. Premierminister Édouard Philippe hatte am Montag im Fernsehsender TF1 sogar eine Ausweitung der geltenden Ausgangssperre angekündigt. Spielplätze und Schulen sind geschlossen. Körperliche Betätigung ist seit gestern strikt eingeschränkt und die meisten Märkte müssten schließen, sagte Philippe.

Gilbert Schuh Bürgermeister von Morsbach und Vizepräsident des Eurodistricts Saar-Moselle. Foto: BeckerBredel

Betätigungen wie Joggen oder Spazierengehen dürften nur noch im Umkreis von einem Kilometer des Wohnortes stattfinden und lediglich einmal täglich maximal eine Stunde lang, erklärte der Premierminister. Märkte würden geschlossen. Nur in Ausnahmefällen könnten örtliche Behörden anders entscheiden, unter anderem an Orten, wo der Markt die Hauptbezugsquelle für Lebensmittel sei. Auch die Verwaltung in Lothringen arbeitet eingeschränkt. „Die Rathäuser sind geschlossen“, berichtet Bürgermeister Schuh, das Personal arbeite zwar, man müsse aber telefonisch oder per E-Mail einen Termin vereinbaren. „Das Standesamt muss offen bleiben, auch Beerdigungen sind weiter möglich“, sagt Schuh – aber nur mit Einschränkungen. „Die Friedhöfe sind geschlossen und werden nur für Beerdigungen geöffnet, dann aber nur für ganz wenige Leute, die Angehörigen. Nach der Beerdigung wird der Friedhof wieder geschlossen, das wird sehr streng gehandhabt“, erklärt Schuh.

Das Warndt-Weekend im Juni, ein grenzüberschreitendes Fest, zu dem jährlich rund 25 000 Besucher kommen, sei abgesagt. Auch die Feier zum zehnjährigen Bestehen des Eurodistricts Saar-Moselle sei verschoben. Bis auf Weiteres müssten alle mit einem Mindestabstand von einem Meter leben, sagt Schuh.