Retro-Konzert: Die Dob’s Lady Killers kehren zurück

Retro-Konzert : Die Dob’s Lady Killers kehren zurück

Nach über 30 Jahren steht eine legendäre Saarbrücker Band wieder auf der Bühne.

Conny Nickl, Rudi Arndt und Bálint Görbe sind zwar nie so berühmt geworden wie das Mädchen, das vor 30 Jahren mit ihnen musiziert hat. Legendär sind die drei Musiker dennoch. Conny Nickl, Rudi Arndt und Bálint Görbe gehörten zu Dob’s Lady Killers. Diese Band war etwas Besonderes. Das zeigt sich daran, dass die drei Männer auch gut 33 Jahre, nachdem sie und die anderen ihre Rumpelkammer abgesperrt haben, immer noch Menschen bewegen. Der Nostalgie-Abend mit den drei Dob’s Lady Killers am kommenden Freitag in Jochems Kneipe in Riegelsberg war schnell ausvrkauft. Am Samstag gibt es deshalb ein Zusatzkonzert.

„Will man die Dob’s Lady Killers richtig beurteilen muss man sie bei Namen wie Ambros Seelos, Jochen Brauer, Joe Lord und Hazy Osterwald einordnen, denn das waren die Bands mit denen sie sich in früheren Jahren auf Tourneen ablösten, bevor die Band 1966 in Saarbrücken ihr eigenes Tanzlokal eröffnete“, erklärt Bálint Görbe.

Die Dob’s Lady Killers in ihrer Rumpelkammer im Nauwieser Viertel, von links: Sebastian Dobmeier, Conny Nickl, Bálint Görbe, Rudi Arndt und Gerd Leinenbach.

Am 1. September 1980 kam der Ungar Görbe nach Saarbrücken. Er hatte sich nach ersten Erfolgen als Musiker in seiner Heimat bei den Dob‘s Lady Killers beworben. Bis zum 1. März 1985 spielte er in der Band das Schlagzeug. In der Rumpelkammer, dem Lokal der Kapelle im Nauwieser Viertel gab es, wie es in deren Prospekten hieß „jeden Sonntag Tanz bei Kerzenschein“, Maskenbälle, Altweiberfastnacht, große Weihnachtsbälle am 25. und 26. Dezember.

Die Rumpelkammer war aber nicht nur ein beliebter Treffpunkt der Saarbrücker. Sie war auch das Karriere-Sprungbrett für den französischen Star  Patricia Kaas. Als Bálint Görbe zu den Lady Killers kam, sang die damals 14-Jährige schon einige Monate in der Rumpelkammer. „Sie war ein kleines, zierliches Mädchen“, erinnert sich Görbe. Aber „eine Riesenröhre“, also eine Wahnsinnsstimme, habe sie damals schon gehabt. Engagiert wurde sie, nachdem sie den „Jeder kann mitmachen“-Wettbewerb in der Rumpelkammer gewonnen hatte, erinnert er sich.

Patricia Kaas, hier im Juni 1985, trat in der Rumpelkammer auf. Foto: keine Angaben/patricia kaas

Mit der Kaas ging es bergauf, mit der Rumpelkammer, die dreien der fünf Lady Killers gehörte, bergab. „So wie die Tante-Emma-Läden von den großen Supermärkten verdrängt wurden, wurde auch die Rumpelkammer verdrängt von neuen Dingen. Es ging einfach finanziell nicht mehr“, sagt Bálint Görbe. „Nach der Fastnacht 1985 war Schluss“, erinnert er sich.

Dabei war die 1966 eröffnete  Rumpelkammer ein Wendepunkt in der Karriere der Lady Killers. „Während alle anderen Bands weiter reisten, bauten die Dob’s ihr Lokal mehr und mehr zu einer Metropole im Saarland aus. Die Gäste kamen auch aus Frankreich, Rheinland-Pfalz und sogar aus Luxemburg“, erzählt Bálint Görbe. „Das hatte es zuvor in dieser Form noch nirgendwo gegeben. Ihre auf Tournee gesammelten Erfahrungen, gepaart mit Ihrer unkompliziertem Art, sicherten ihnen Aufstieg und Erfolg beinahe zwei Jahrzehnte hinweg“, beschreibt Bálint Görbe., den Weg der Band, zu der er dann gegen Ende stieß.

Nun haben sich drei der Lady Killers wieder zusammengetan, um die alten Zeiten nochmal aufleben zu lassen. Bei ihrem Retro-Konzert spiele Conny Nickl (Keyboard, Bass, Gesang), Rudi Arndt (Gitarre, Trompete, Gesang) und Bálint Görbe (Drums, Gesang) unter anderem Muski von Frank Sinatra, Louis Armstrong, Udo Jürgens, Peter Maffay und Elvis Presley.

„Die Zeit verging, auch für die Dob’s“, sagt Görbe. „Mit großer Freude“ fiebere man nun abe dem dem Auftritt in Trio-Formation entgegen. Und wundervoll wäre natürlich, sagt der Schlagzeuger, wenn die Besucher nicht nur zuhören, sondern wie damals in der Rumpelkammer tanzen.

Das noch nicht ausverkaufte der beiden Clubkonzerte der Dob’s Lady Killers findet am Samstag, 18. August, um 19.30 Uhr in Jochems Kneipe in Riegelsberg, Saarbrücker Straße 238 a statt. Karten bitte vorbestellen unter jk.termine@gmx.de.

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