Kolumne So kann’s gehen : Kaffe – das ist kein Affe mit ’nem K

„Kaffe für 5,99“? Und wenn es sieben Euro wären. Was hier zählt, ist nicht der Preis, sondern das fehlende E. Das gibt dem Kaffe das gewisse Etwas.

Für einen Moment habe ich gezuckt beim Kaffeekaufen in einem Supermarkt vor wenigen Tagen. Auf dem Preisetikett an einem Regal fehlte ein e: Kaffe. Das siehst du als jemand, der mit der Sprache arbeitet, sofort. Macht aber nichts, passiert mir ja auch hin und wieder mal. Buchstabe vergessen, nicht schlimm.

Aber von wegen. Auf allen Etiketten fehlte ein E: Kaffe, so wie es manche sagen. Und jedesmal, wenn ich „Willste’n Kaffe“ gehört habe, war er der Beste, den ich mir vorstellen kann. Damals, als draußen in der weiten Welt eine Grenzpolizistin mit ein paar Worten Deutsch mit einer Kanne kam, als ihre Kollegen nebenan mein Gepäck links machte. Als der Mann vom Plattenladen in Saarbrücken mir mit einer dampfenden Tasse vor den Augen winkte, als ich an einem trüben Nachmittag als einziger Kunde im Laden seit einer Weile schon mit Kopfhörern an seiner Plattenstation stand. Oder als mich bei einem Nebenjob an der Elbe Arbeiter aus Polen zur Pause in ihren Bauwagen riefen.

Kaffe ist der beste Kaffee, den man kriegen kann. Echter Kaffee. Vielleicht sogar, wenn sich das unlösliche Pulver frisch auf dem Tassenboden abgesetzt hat. Momente, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. Und deswegen bin ich mir sicher: Das war kein Fehler im Supermarkt. Das war große Marketingkunst. Ich habe mir gleich zwei Packungen gekauft.