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Stadion
Die Bauarbeiten am Stadion sind im Plan

Am Freitagnachmittag lag die Stadionbaustelle im strahlenden Sonnenschein. Das passte gut zum derzeit reibungslosen Baufortschritt.
Am Freitagnachmittag lag die Stadionbaustelle im strahlenden Sonnenschein. Das passte gut zum derzeit reibungslosen Baufortschritt. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Zurzeit spricht nichts dagegen, dass im Frühjahr 2020 im Saarbrücker Ludwigspark wieder Fußball gespielt wird. Von Patric Cordier

Die Sonne strahlt am Freitagmittag über der Landeshauptstadt. Auch auf den Ort, wo im Frühling 2020 das neue Ludwigsparkstadion stehen soll. Doch zwei Fahrzeuge stören auf den ersten Blick die Szenerie: ein Auto einer Kampfmittelbeseitigungsfirma aus Ludwigshafen und ein Spezialbagger, der mit einer extra dicken Stahlplatte am Unterboden und vier Zentimeter starkem Spezialglas eigens für die Arbeit in der Nähe von Sprengmitteln ausgelegt ist.


Saarbrückens Baudezernent Heiko Lukas wischt aber aufkommende Sorgenwölkchen sofort weg und erklärt, was gerade auf der Baustelle Ludwigspark vor sich geht. „Bei den Erkundungsbohrungen und den damit verbundenen Untersuchungen ist man auf Metallteile gestoßen“, sagt der Dezernent und zeigt einen alten Topf, ein Blechschild und eine kaputte Kneifzange, „aber es waren auch Teile einer Weltkriegsbombe dabei. Wir haben das Gelände jetzt tiefer abgegraben und werden dann erneut sondieren. Eine Gefahr bestand zu keiner Zeit und auch eine Verzögerung des Zeitplans ist nicht eingetreten.“

Der Aushub zeigt, was viele schon wussten. Der „alte“ Ludwigspark wurde auf einem Berg von Weltkriegsschutt errichtet: Steine, Betonteile, Metallträger, Sand, Dreck, aber eben auch Müll und Unrat. Kein Untergrund also, auf dem man die neue Gästetribüne sicher errichten könnte. „Darum werden wir in diesem Bereich mit 30 bis zu 15 Meter tiefen Pfahlgründungen arbeiten“, erklärt der Baudezernent, „die jetzigen vorbereitenden Maßnahmen werden bis Ende der kommenden Woche abgeschlossen sein.“



Gearbeitet wird am Freitag auch noch hinter der einzigen Tribüne des alten Stadions, die nicht der Abrissbirne zum Opfer gefallen ist. Die für die künftige Stadionumfahrung notwendige Hangsicherung hinter der Victor‘s Tribüne schreitet voran.

Dort sollen später Verkaufsstände und Toiletten ihren Platz finden. Ein Teil des Hanges ist nicht so steil und kann mit Pflanzen gehalten werden, auf rund 81 Metern ist aber eine Sicherung mit Erdspießen und Spritzbeton notwendig. Und das teilweise bis zu einer Höhe von acht Metern.

Auf 3000 Quadratmetern Fläche werden nach Abschluss der Arbeiten 3500 Kubikmeter Erdreich bewegt worden sein. „Es ist eine Arbeit, die man nach der Fertigstellung des Stadions nicht mehr wahrnehmen wird“, sagt Stadtsprecher Robert Mertes.

Gleiches gilt für die Planungsarbeit für das mit 28 Millionen Euro veranschlagte Mammutprojekt. „Die Planungen für die Beton-Fertigteile für die Tribünen sind in der finalen Phase. Ende April soll hier die Ausschreibung beginnen“, erzählt Lukas.

Die Ausschreibung für das Funktionsgebäude ist abgeschlossen. Also dort, wo sich Spieler und Schiedsrichter künftig umziehen sollen, wo Medienvertreter und Offizielle ihre Arbeit verrichten sollen.

„Wir hatten da einen richtig guten Wettbewerb. Es gab deutlich mehr Anbieter als bei der Suche nach dem Generalunternehmer“, sagt Lukas mit einem Augenzwinkern. Die Angebotsprüfung sei abgeschlossen. An wen der Auftrag mit einem Netto-Volumen von 2,5 Millionen Euro geht, soll in zwei Wochen bekannt gegeben werden.

Zu Gerüchten, es könne ein saarländisches Unternehmen den Zuschlag bekommen, will und kann sich der Dezernent aus rechtlichen Gründen nicht äußern. „Wir liegen im Budget- und Zeitplan“, hört Lukas dagegen nicht auf zu beteuern.

Die angesprochenen Bohrpfahlarbeiten sollen Mitte April, die Stahlarbeiten für die Dächer Ende Mai ausgeschrieben werden. „Anfang Juni wird es dann interessant. Dann beginnt der Bau des Funktionsgebäudes. Dann kann man auch wirklich sehen, was sich auf der Baustelle alles tut“, sagt Mertes und kündigt an, dass dann auch wieder die berühmte „Baustellen-Webcam“ zur Verfügung stehen soll.

„Der Austausch mit dem Verein läuft gut“, betont Lukas, „auch von Fans erhalten wir immer wieder aufmunternde und motivierende Mails, zum Teil sogar mit angeboten, uns zu unterstützen.“ Die Aussichten, dass im Frühjahr 2020 im Saarbrücker Ludwigspark wieder Fußball gespielt wird, sie wirken derzeit ungetrübt wie der Sonnenschein.