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Die Awo startet Gesundheitsprojekt in Malstatt.

Senioren : Damit Menschen lange eigenständig leben

Die Arbeiterwohlfahrt startet ein Gesundheitsprojekt für Seniorinnen und Senioren in Malstatt.

Die Arbeiterwohlfahrt, sagt Jürgen Nieser, „ist Begegnung, Nähe, Zusammenhalt, Gemeinschaft“. Das sei in Zeiten von Corona natürlich schwierig. Dennoch, versichert der Sprecher der Arbeiterwohlfahrt (Awo) im Saarland, versuche der Sozialverband, wo und wie immer es geht, nah bei den Menschen zu sein. Eine Möglichkeit dazu, sagt er, sind die sieben Quartiersprojekte der Awo im Saarland. Im ältesten dieser Projekte, das sich „Zuhause in Molschd“ nennt, probiert die Awo ab kommender Woche etwas Neues aus.

Der Schwerpunkt in allen Awo-Quartiersprojekten sei die Arbeit mit älteren Menschen, sagt Projektleiterin Susanne Hohlfeld-Heinrich. Es gehe darum, es Senioren zu ermöglichen, „so lange wie möglich in der gewohnten Umgebung“ zu leben. Da hat die Awo einiges an Erfahrung. „Wenn nicht Corona ist“, wie Hohlfeld-Heinrich sagt, nutzt die Awo da viele Möglichkeiten. Vom Sprachkurs für ältere Einwanderer aus Russland bis hin zum Tanzen. Es gehe auch  darum, „Menschen Kultur näherzubringen, auch wenn sie wenig Geld haben“.

Bei solchen Aktivitäten, entseht eine Nähe, die auch dazu führen kann, dass „am nächsten Tag jemand kommt und sagt: ,Mein Mann ist dement, können Sie mir helfen?’“, erzählt die Projektleiterin. Für Menschen mit geringem Einkommen sei  das Thema Gesundheit oft eine schwierige Sache. Denn oft koste Vorsorge Geld. Um auch ärmeren Menschen ein gesundes Leben leichter zu mache, startet die Awo nun zusammen mit dem Verband der Ersatzkassen das Projekt „Gesund bleiben in Molschd“.

„Das Projekt soll helfen, die gesundheitlichen Herausforderungen des Alltags und des Alterns besser zu meistern und die Lebensqualität im Alter zu erhalten beziehungsweise zu verbessern“, erklärt Hohlfeld-Heinrich. Dazu bietet die Awo nun Stadtteilspaziergänge an. Geplant sind auch kunsttherapeutische Angebote, bei denen es um die Auseinandersetzung mit der eigenen Lebensgeschichte und um Stressebewältigung geht. Außerdem sollen Informationsveranstaltungen zu Gesundheitsthemen angboten werden. Unterstützt werden die älteren Menschen dabei von Ehrenamtlern aus dem Stadtteil.

Wie viel von dem ehrgeizigen Programm umgesetzt werden kann, entscheide aber „die Coronalage“. Gerade für ältere Menschen, weiß Hohlfeld-Heinrich, sind Veranstaltungen unter Corona-Einschränkungen nämlich besonders schwierig. „Für alte Menschen ist es unheimlich wichtig, sich treffen zu können. Treffen mit viel Abstand von einander sind aber schwierig, weil viele von ihnen schlecht hören“, sagt sie.

Am kommenden Dienstag, 20. Oktober, so ist zumindest die aktuelle Planung, will das Awo-Quartiersmanagement das Gesundheits-Projekt mit einem Stadtteilspaziergang starten. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Johanna-Kirchner-Haus auf dem Parkplatz in der Eifelstraße. Auch das, sagt Awo-Sprecher Jürgen Nieser, sei ein Ziel der Quartiersmanagement-Projekte: „Sie sind Türöffner unserer Pflegeeinrichtungen ins Gemeinwesen hinein. Und wir zeigen, dass wir uns für die  Quartiere, in denen unsere Einrichtungen sind, interessieren.“ Awo, das sei nämlich auch Vernetzung mit den anderen Akteuren in einem Quartier im Interesse der Menschen, die da leben.