Design Bazaar der Hochschule der Bildenden Künste

Alle Jahre wieder : Der Design Bazaar: Oma und Supermarkt zugleich

Jenseits von „Socken und Plätzchen“ bieten Studierende der Kunsthochschule in Saarbrücken wieder ihre Kreationen an.

„Socken und Plätzchen“? Okay, das klingt beim ersten Hören nicht sonderlich originell. Aber hinter dem diesjährigen Motto des „Design Bazaars“, ausgerichtet von Studentinnen und Studenten der Designstudiengänge an der Hochschule der Bildenden Künste (HBK) Saar, verbergen sich bei näherem Hinsehen dann doch ziemlich ausgefallene Ideen.

Und so avanciert der in jährlich wechselnden Leerständen beheimatete temporäre Laden, diesmal angesiedelt im Eckhaus Katholisch-Kirch-Straße/Kappengasse, auch in diesem Advent wieder zum Geheimtipp für überforderte Freunde und Angehörige.

Was schenken? Diesen Stoßseufzer beantwortet das 1995 initiierte Projekt alle Jahre wieder mit Kreationen, die von den angehenden Designern nach eigenen Ideen entworfen und eigenhändig in den Werkstätten und Ateliers der HBK in exklusiven Kleinserien hergestellt werden.

Das Besondere daran: Produktion, Organisation, Finanzplanung und Marketing liegen bei diesem praxisorientierten Projekt komplett in der Verantwortung der Studierenden, die dabei wertvolle Erfahrungen am Markt sammeln und den Kontakt mit Produzenten und Kunden trainieren können.

In diesem Jahr wirken rund 30 Vertreter der Studiengänge Kommunikationsdesign und Produktdesign mit, betreut von HBK-Professorin Indra Kupferschmid und Diplomdesignerin Annette Sonntag. Als Student in Media Art & Design quasi ein Exot in dieser Truppe ist Alexander Wöhler, der beim SZ-Besuch am Sankt Johanner Markt gerade Dienst schiebt und nicht groß auf Kundschaft warten muss: „Die Lage ist super, viele Artikel sind schon ausverkauft“, sagt Wöhler – seit der Vernissage am Freitag vergangener Woche rennen die Leute dem Bazaar die Türen ein. „Wir nehmen aber Vorbestellungen entgegen, nur der Seifenhalter ‚Welle‘ kann nicht mehr nachproduziert werden.“

Den Klassiker „Socken und Plätzchen“ sollte man nicht allzu wörtlich nehmen. Das Thema spiegelt vielmehr die Diskrepanz wider, in der sich Produktdesigner bewegen: irgendwo zwischen Tradition und Fortschritt, zwischen liebevoll handgestrickt und günstig hergestellter Massenware. Einerseits soll man Einzigartiges in Serie produzieren und dabei nachhaltig arbeiten, andererseits muss man wirtschaftlich kalkulieren. Der Design Bazaar ist also Oma und Supermarkt gleichzeitig.

Dabei entstanden nun Geschenkideen, die dank Naturmaterialien wie Stoff, Holz, Papier, Metall, Porzellan oder Keramik exklusiv anmuten und heimelige Wärme und Geborgenheit vermitteln, aber dennoch recht günstig zu haben sind: Von einem Euro bis 60 Euro ist für jeden Geldbeutel was Passendes dabei.

Wie wär‘s etwa mit geometrischen Ohrhängern oder keltisch anmutenden Broschen? Mit biologisch unbedenklichen Kälte- und Wärmekompressen oder Skateboards aus kanadischem Ahornfurnier? Mit ätherischen Badebomben oder etwas anderen Meisenknödeln, letztere tatsächlich in Plätzchenform? Mit Utensilienboxen, Pflanzschalen, nachhaltig besiebdruckten Gemüsebeuteln, vegan gemusterten Geschirrtüchern, Mate-Teebechern aus edlem Wahlnussholz, handgenähten Schreibmäppchen oder Monatskalendern aus selbstgeschöpftem Recycling-Büttenpapier?

Wer gleichzeitig Gutes tun mag, kann „Charity Drucke“ erwerben: Von deren Erlös gehen je 10 Euro an die Saarbrücker Refugee Law Clinic, die sich für die Rechtsberatung von Ausländern, Geflüchteten und Asylbewerbern einsetzt.

Schwarzer Peter  mal anders: Sockenpeter gibt es beim Design Bazaar der Kunsthochschule-Studierenden.  . Foto: Kerstin Krämer

Design Bazaar in der Katholisch-Kirch-Straße 5/Ecke Kappengasse. Geöffnet bis 23. Dezember, Montag bis Samstag, 11 bis 19 Uhr. Produktschau im Internet: designbazaar.hbksaar.de