Porträt Ein Umtriebiger mit randvollem Terminkalender

Saarbrücken · Der Jazz-Saxofonist Johannes Müller ist ein Vollprofi, der zu den Großen in der Szene zählt. Am Freitag ist er in der Jazz-Zeit zu erleben.

 Johannes Müller, in Saarlouis geborener Wahl-Saarbrücker, ist als Jazz-Musiker weltweit unterwegs und hat für sein Programm der Saarbrücker Jazz-Zeit am Freitag ein paar spannende musikalische Projekte geplant.

Johannes Müller, in Saarlouis geborener Wahl-Saarbrücker, ist als Jazz-Musiker weltweit unterwegs und hat für sein Programm der Saarbrücker Jazz-Zeit am Freitag ein paar spannende musikalische Projekte geplant.

Foto: Jean M. Laffitau/jean m. laffitau

Zum zweiten Mal in diesem Jahr heißt es „JazzZeit“ in der Breite63. Kurator des Doppelkonzerts im Rahmen der vom Saarbrücker Kulturamt veranstalteten Reihe ist am Freitag, 6. März, um 19.30 Uhr, in dem Malstatter Kulturzentrum der Saxofonist Johannes Müller.

Der 1981 in Saarlouis geborene Wahl-Saarbrücker zählt zu den erfolgreichen Saar-Jazzern. Ob auf wichtigen Festivals in Brüssel, San José, Kapstadt, Antibes, Mumbai oder Sapporo, ob in namhaften Blue-note-Clubs wie Unterfahrt (München), Porgy & Bess (Wien), Bird’s Eye (Basel), Sunset Sunside (Paris), Ronnie Scott’s (London), Bimhuis (Amsterdam) oder Jazz Alley (Seattle) – überall hat Johannes Müller bereits ins Saxofon gepustet.

Zu den Partnern auf der Rampe beziehungsweise im Studio (bereits mehr als 30 Tonträger!) des an der Mannheimer Musikhochschule ausgebildeten Vollblutprofis – Müller spielt zudem Flöte und Klarinette und komponiert am Klavier – zählten bereits Größen wie David Liebman, Randy Brecker, Bob Mintzer, Wolfgang Muthspiel, Rebekka Bakken, Ack van Rooyen und Peter Herbolzheimer.

Stilistisch kann man den Saxofon-Dozenten der Saar-Musikhochschule (HfM), regelmäßigen Gast der HR-Bigband und festen Mitjazzer in der Bundeswehr-Bigband getrost als Traditionalisten rund um den Modern Jazz einordnen, der Experimenten gegenüber aufgeschlossenen ist.

Johannes Müller ist ein Umtriebiger mit randvollem Terminkalender, der neben dem Musizieren gerade noch Zeit für seine Familie findet und der froh ist, wenn er selbst auf Tournee noch sein einziges musikfernes Hobby in seinem Zeitplan unterbringt: das gesundheitsfördernde tägliche Joggen.

Welche Jazzprojekte liegen ihm denn derzeit besonders am Herzen? Zuallererst nennt der Saxofonist erwartungsgemäß seine unter eigenem Nenner segelnde Dauer-Formation „Johannes Müller Jazz Mile“: „Mit dieser plane ich auch zeitnah, wieder eine neue Platte zu veröffentlichen.“ In Müllers Gunst folgt das „Greg Lamy Quartett“ zusammen mit Gautier Laurent und Jean-Marc Robin: „Mit diesem Quartett haben wir die letzten Jahre tatsächlich die Welt bereist und sehr erfolgreiche Auftritte bestritten – es hat einen sehr eigenen Sound, der es unverwechselbar macht.“

Außerdem schwärmt Müller von einer „ganz tollen Tournee mit dem Projekt ‚The Three Tenors‘, mit Gilad Atzmon, Tony Lakatos und einer formidablen Rhythmusgruppe mit Thilo Wagner, Yaron Stavi und Enzo Zirilli – hiermit haben wir die großen Clubs Europas bespielt“.

Keinesfalls ist der Kosmos von Johannes Müller freilich jenseits des Jazz zu Ende, seine musikalischen Vorlieben sind breit gestreut: „In der Klassik höre ich gerade gerne Rachmaninoff und Bizet.“ Immer ist er auf der Suche nach Neuem: „Ich beschäftige mich mit Musikern, welche ich heutzutage dank Internet entdecken kann – die in der Presse gar nicht so im Rampenlicht stehen, weil sie keine PR-Maschinerie im Rücken haben.“

So findet es Müller im Popmusik-Sektor „gerade spannend, was in Los Angeles passiert, bei Projekten wie zum Beispiel Scary Pockets – auch finde ich das Album von Billie Eilish sehr interessant.“ In den angestammten Jazz-Gefilden lauscht Müller aktuell mit Freude Leuten wie den Saxofon-Kollegen Joel Frahm und Max Ionata oder etwa dem Tastenmann Mike Holober.

„Für den 6. März kam nun glücklicherweise die Zusammenarbeit mit dem Frankfurt Jazz Trio zustande“, erzählt Müller über sein Konzept als Kurator des Jazz-Zeit-Abends: „Dies ist ein lang gehegter Wunsch. Programmatisch werden wir uns in dieser Besetzung wohl an den Klassikern der Jazzmusik austoben, dies allerdings in neuem Gewand. Ich freue mich schon sehr auf die Zusammenarbeit mit einer der besten Rhythmusgruppen, die man in Deutschland bekommen kann, mit Olaf Polziehn am Klavier, Martin Gjakonovski am Bass und Thomas Cremer am Schlagzeug.“

Vor den Programmpunkt „Frankfurt Jazz Trio & Johannes Müller“ hat der Kurator sein Duo mit dem gallischen Piano-Könner Pierre-Alain Goualch postiert: „Dieses Projekt ist schon seit fast zehn Jahren in der Pipeline, kam bis jetzt aber noch nicht zur Aufführung. Wir haben bereits zusammen komponiert und aufgenommen, es aber noch nicht auf die Bühne gebracht. Da ich als Kurator des 6. März mit zwei verschiedenen Formationen auftreten werde, war dies für mich der ideale Anlass, dieses Duo endlich auf die Bühne zu bringen.“ Eine Weltpremiere also bei Saarbrücker Jazz-Zeit, von und mit Johannes Müller.

Jazz-Zeit mit dem Duo Müller/Goualch und Frankfurt Jazz Trio & Johannes Müller am Freitag, 6. März, 19.30 Uhr, Breite63, Malstatt (Breite Straße). Eintritt: 12/10 Euro. Karten/Infos: www.breite63.de

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