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Schiffe auf der Saar
Der Schiffsrumpf ist mit sechs Millimetern schon richtig dick

Saarbrücken. Der Saarbrücker Binnenschiffkapitän Günter Emmer arbeitet nicht nur auf der Saar, er schläft auch noch auf ihr. Die „Frohsina“ trägt seine Wohnung und schaukelt ihn gemütlich in das Reich der Träume. Kann man denn da seekrank werden? „Ach was!“ Klar gibt es schon mal ein paar Wellen, aber da passiert natürlich nichts. Früher ist er auch mal auf dem Rhein gefahren, wo der Wind die Wogen schon mal drei Meter in die Höhe wachsen lässt. Aber auf der Saar passiert so was nicht. Der Fluss ist zu klein.

Schade findet er, dass „die Saarbrücker nicht wissen, dass sie einen Fluss bei sich haben.“ Zumindest fehle ihnen das Bewusstsein für die Saar. Beispielsweise verrieten nirgends Schilder an den Autobrücken, über welchen Fluss man da gerade fahre. In Saargemünd sei das ganz anders. Hier gebe es viel mehr Kooperationen mit anderen Firmen, die ihre Gäste mit Bussen zu ihm ans Schiff bringen. Mit Rabatten helfe man sich dann gegenseitig.



Damit keine Gefahr besteht, dass eines der Schiffe sinkt, muss Emmer mit ihnen in Kürze zur Werft nach Trier. Dort werden sie dann aus dem Wasser gezogen. Emmer muss einen Ingenieur engagieren, der den Rumpf mit einem Ultraschallgerät auf die Dicke der Stahlplatte untersucht. Die beträgt im besten Fall fünf bis sechs Millimeter, was der Laie für erschreckend dünn hält, aber laut Emmer schon richtig dick ist. Die Kontrolle ist wichtig. Denn genau die Stellen, die sowohl unter dem Einfluss vom Wasser als auch von der Luft stehen, oxidieren und rosten. Der Ruf der „Frohsina“ ist dicker, die Bordwand hat etwa zehn Millimeter. Aber das gute Schiff musste in jungen Jahren schließlich auch schweren Kies über das Wasser tragen.