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Battle of Bands
Der Professor rockt den Battle of the Bands

Saarbrücken. Am Samstag kämpften junge Musikgruppen beim Battle of the Bands um ein Preisgeld von 2500 Euro. „Professor Aldente“ gewann den Wettbewerb. Von Nicole Burkhardt

Kreative Texte, musikalische Perfektion, eine energiegeladene Performance – was macht eine gute Band aus? Da gibt es noch viel mehr, da gibt es unzählige Faktoren. Das macht es der Jury des Wettbewerbs Battle of the Bands am Samstagabend schwer. Im Volkshochschul-Zentrum am Schloss hat der Verein Musikbüro Saar zum Finale des Battles gerufen. Aus 20 Bands hat die Jury und das Publikum bereits eine Auswahl von dreien getroffen. Was hat die Saarländische Musikszene so zu bieten? Der vorjährige Gewinner „Slam Trunk“, eine zehnköpfige Deutschrap-Band, macht es vor und versucht das Eis zu brechen, was angesichts des überdimensionalen Veranstaltungsraums der VHS nicht leicht fällt. Musikalisch ist die Band gut abgestimmt, nur die Texte verschwimmen in der Größe des Raumes und in dem Abstand zwischen Publikum und Bühne passen drei Kleinwagen.



Die „Alternative für Deutschrap“ kommuniziert um einiges besser mit dem eher schüchternen Publikum. Energiegeladen stürmt der Rapper der Band auf die Bühne. In den Songs geht es um die Liebe und das Leben, die Texte sind authentisch, die jungen Bandmitglieder überzeugen an den Instrumenten. Die Monotonie des Alltags, in die man gerät, ohne es zu merken, besingen die Musiker in „Autopilot“. Funkige Sounds, ein bisschen Rock und gleichmäßige Gitarrenriffs durchziehen den Auftritt. Auf Deutschrap folgt Rock. Die Band „Sexual Advice“ hat optisch alles, woran eine Rockband zu erkennen ist: Tätowierungen, dunkle Klamotten, Piercings. Aber auch die musikalischen Erwartungen werden mit der rockigen Stimme der Sängerin und ihrem energiegeladenen Auftritt erfüllt. Instrumentalisten und Sängerin liefern ein rundes Komplettpaket, das lässt auch die Fans der Fünf abrocken.

„Tiptop im Genre verhaftet“, urteilt Jurymitglied Thomas Marx von SR1 Europawelle. Einziger Kritikpunkt: „Die Musik schreit nach den großen Gesten, dass ihr den Regler noch mal nach oben dreht“, äußert sich Robert Fedick, Mitglied der letztjährigen Gewinnerband.

Ein Genrewechsel von schwarz nach weiß vollzieht sich nach dem Umbau. Die Band „Professor Aldente“ fährt mit Marimbaphon und Synthesizer auf. Das Publikum dreht sich genauso: Die Rockfans aus der ersten Reihe überlassen den Deutschrapfans die Tanzfläche. Mit einem unglaublichen Selbstbewusstsein stehen die Musiker auf der Bühne. Und das zu Recht: Es macht Spaß, den vier zuzugucken. Der Frontmann rennt über die Bühne und lässt die Körpersprache genauso sprechen wie die Texte mit seiner rauen und aggressiven Stimme. Die Instrumentalisten bleiben nicht an einem Instrument, sondern wechseln von Schlagzeug zu Bass zu Synthesizer zu Marimbaphon. Die eingängigen Beats und Rhythmen lassen die ersten Reihen mitsamt dem Regionalverbandsdirektor beben.

„Ich liebe euch“, äußert die Jury den ersten Eindruck. Und auch die folgende Kritik fällt äußerst positiv aus: „Pure Freude, Energie und Charisma, Gefühl“, sind die Worte, die fallen. Da scheint dann auch das Endergebnis nicht verwunderlich: Der Gewinner des dritten Battle of the Bands und von 2500 Euro ist die Band „Professor Aldente“. Der zweite Platz geht an die Band „Alternative für Deutschrap“.