Der Musiker Oliver Strauch will aus dem Pingusson-Gebäude ein Haus der Kunst machen

Pingusson-Gebäude : Wollen wir uns endgültig abhängen lassen?

Musiker Oliver Strauch spricht klare Worte: Der Pingusson-Bau muss bleiben und Haus der Kunst werden!

Oliver Strauch kennt sich aus mit Kultur. Er ist Professor und Musiker, er organisiert Konzertreihen wie den Völklinger Hüttenjazz, er gehört der Gruppe „die Redner“ an. Er steht für die europäische Idee. Und Saarbrücker ist er ebenfalls.

Gerade hat er einen kulturpolitischen Stein ins Wasser geworfen und schaut nun, welche Kreise der zieht. Man könnte auch sagen ein Trommelwirbel, wenngleich sein Instrument das Schlagzeug ist. Strauch hält das Pingusson-Gebäude in Saarbrücken, gebaut als französisch Botschaft, lange Jahre Sitz des saarländischen Kulturministeriums, für eine „geniale Ressource“, viel zu schade, um daraus wieder eine Behörde zu machen. Strauch spricht von einem „Pingi-Haus der Kunst“. Er träumt davon, dass das Gebäude ein Haus für zeitgenössische Kunst wird, den Garten eingeschlossen.

Gesprochen hat er offiziell noch mit niemandem darüber, weder mit dem Kultusminister, der ja plant mit seinem Ministerium dereinst wieder zurückzukehren in den denkmalgeschützten Bau. Nach der Renovierung, von der derzeit niemand weiß, wann sie beginnen wird. Wenn überhaupt. Denn da sind ja noch die Kosten. Die hat der Bau- und Innenminister gerade erst hochgerechnet auf  (vielleicht) 53 Millionen. Eine Zahl die unweigerlich bei allen, die die Bedeutung des Gebäudes nicht kennen oder nicht kennen wollen, zu Abrissgedanken führt.

Das kann, das darf nicht sein, sagt Strauch. Ohnehin greift ihm die Diskussion um Abriss oder Sanierung und Wiederherstellung als Verwaltungsgebäude zu kurz. Immerhin sei das Haus ein „Denkmal des Friedens“, ein „Symbol der deutsch-französischen Freundschaft“, betont er. Und fragt „Wollen wir uns abhängen lassen?“

Natürlich nicht. Folglich empfielt er eine offen Diskussion, eine freimütige Ideensammlung. Kurzum: Er möchte auf eine andere Gesprächsebene als bisher. All denen, die gleich wieder nach der Finanzierung fragen werden, hält er vorsorglich entgegen: „Wir haben genügend Saarlandbotschafter in der Welt“. Warum sollten die sich nicht einsetzen? Strauch geht noch weiter: Warum solle man nicht versuchen, internationale Sponsoren zu finden? Strauch stellt zwar Fragen, doch im Grund meint er: Tut es!

Zu Einbindung des möglichen Hauses des Kunst fällt ihm vieles ein. Etwa die Nähe der Kunsthochschule, und somit zum dortigen Professor Daniel Hausig, der mit seinen Lichtinstallationen  überzeugt. So könne auch die Fassade des Hauses zur Kunst werden, der Garten ohnehin, ihn sieht Strauch als Skulpturenpark.  Das Gebäude, da ist sich Strauch sicher, muss und kann über das Land hinausstrahlen. Nur in einem Fall hat er Bedenken: Als Musikraum, sagt Musiker Strauch, sei es eher „schwierig.“

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