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Saarbrücker Ludwigspark
Stadion hat bald sein neues Herzstück

 Das Funktionsgebäude an der Südtribüne (links im Bild) besteht aus drei Etagen. Zwei davon sind unterirdisch.
Das Funktionsgebäude an der Südtribüne (links im Bild) besteht aus drei Etagen. Zwei davon sind unterirdisch. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Im Ludwigspark ist der Rohbau des Funktionsgebäudes fertig. Stadt und Land streiten weiter übers Geld. Von Alexander Stallmann

Baudezernent Heiko Lukas nennt es das Herzstück des neuen Ludwigsparks: Das Funktionsgebäude an der Südtribüne soll auf drei Etagen unter anderem Umkleiden, VIP-Räume, einen Presseraum, Kioske und die gesamte Mess-, Steuerungs-, und Regelungstechnik beheimaten. Der Rohbau des Gebäudes ist nun abgeschlossen. „Der Rohbau des Funktionsgebäudes ist zu 98 Prozent fertig. Die Baufirma muss nur noch wenige kleine Restarbeiten erledigen“, sagt Robert Mertes von der Stadtverwaltung.


Vor wenigen Tagen haben die Bauleitung und die verantwortlichen Firmen die weiteren Phasen abgestimmt. Anfang Februar beginnt der Innenausbau des Funktionsgebäudes mit Lüftungsanlagen, der Elektrotechnik für das gesamte Stadion und mit den sanitären Anlagen.

Auch für die Polizei ist Platz im Funktionsgebäude. Allerdings ist nach wie vor nicht klar, ob die Beamten tatsächlich dort untergebracht werden oder ein eigenes Gebäude zwischen Süd- und Osttribüne, in Richtung der Saarlandhalle, bekommen. Die Polizei habe den Planungen für den neuen Ludwigspark im Jahr 2015 zugestimmt, sagt Baudezernent Heiko Lukas. Die Planungen sahen vor, dass die Polizei einen Raum im Funktionsgebäude bekommt. 2017 habe die Polizei dann den Wunsch nach einem eigenen Raum außerhalb des Funktionsgebäudes geäußert. Die Kosten für eine eigene Wache seien im Budget nicht abgedeckt. Deshalb ist unklar, wer den Bau der Polizeiwache bezahlen soll. Die Stadt sieht das Innenministerium in der Pflicht. Bereits im Oktober erklärte Lukas, dass die Stadt eine schriftliche Anfrage ans Innenministerium geschickt hat, ob es die Kosten übernimmt. Die Anfrage sei mittlerweile zwar beantwortet, es gebe jedoch noch keine Einigung, sagt Lukas. Bereits im Dezember haben die Tiefbau- und Kanalarbeiten an den Tribünen begonnen. Derzeit werden die Tribünenteile gefertigt. Bis Oktober sollen alle vier Tribünen stehen.



Statt der ursprünglich geplanten 16 Millionen Euro kostet der Stadion­umbau nach jetzigem Stand 30,5 Millionen Euro – eine Kostensteigerung von 91 Prozent. Dennoch sieht Lukas den kommenden Gewerke-Ausschreibungen entspannt entgegen. „Der weitere Baufortschritt ist nicht gefährdet. Wir haben die Mittel für alle Gewerke, die jetzt ausgeschrieben werden im Haushalt“, sagt der Baudezernent.

Dennoch prüfe das Baudezernat jede Möglichkeit, Geld zu sparen. Zudem verhandle die Stadt wegen anstehender Kosten weiterhin mit dem Land. Im Februar 2020 soll der Ludwigspark fertig sein. „Das ist nach wie vor Stand der Dinge“, sagt Lukas. Für den Hauptmieter des Stadions, den 1. FC Saarbrücken, gibt es bereits im Frühjahr Neuigkeiten. Dann will die Stadt dem Verein den Mietvertrag präsentieren, an dem sie derzeit tüftelt.