Synagoge Denkmal für Saarbrücker Juden

Saarbrücken · Zur Gestaltung eines Denkmals auf dem Synagogenvorplatz in Saarbrücken können Künstlerinnen und Künstler im Rahmen eines Wettbewerbs bis Freitag, 6. September, ihre Projektentwürfe einreichen. Der Gedenkort soll an die Deportation und Ermordung der saarländischen Jüdinnen und Juden erinnern, indem er sie namentlich aufführt.

Die Landeshauptstadt Saarbrücken lobt den offenen, anonymen Wettbewerb aus.

Das Denkmal soll sich inhaltlich auf eine aktualisierte Deportationsliste beziehen, die heute etwa 2000 Namen umfasst. Teil der Aufgabe ist es, neben dem Namen gegebenenfalls auch Geburtsname, Geburts- und Todesdatum und die Deportationsorte, die als Synonym für den Holocaust stehen, zu benennen.

Das entstehende Denkmal soll die Erinnerung an die Verfolgung und Ermordung dieser Mitbürgerinnen und Mitbürger wach halten. Da täglich viele Passanten den Vorplatz der Synagoge nutzen, eignet er sich besonders gut für einen solchen Gedenkort. Im Anschluss an den Wettbewerb soll innerhalb eines Jahres einer der prämierten Entwürfe umgesetzt werden. Die Gesamtkosten für den Wettbewerb betragen 400 000 Euro, jeweils zur Hälfte von Land und Landeshauptstadt finanziert.

Ein permanent sichtbares namentliches Gedenken fehlt bislang in Saarbrücken. Diese Situation will die Landeshauptstadt auf der Grundlage eines Stadtratsbeschlusses vom 5. Oktober 2016 ändern und ein würdiges, zeitgemäßes Denkmal an der Synagoge schaffen.