Demonstrationen zum Thema Abtreibung beschäftigen Polizei in Saarbrücken

Abtreibungsgegner und -befürworter demonstrieren in Saarbrücken : Demonstrationen legen Saarbrücker Verkehr lahm

Die vorab angekündigten Demonstrationen sorgten in Saarbrücken für starke Verkehrsbehinderungen. Die Polizei war mit über 100 Beamten im Einsatz.

Mehrere Demonstrationen beschäftigten am Samstag (16. November) die Polizei in Saarbrücken. Das „Aktionskommitee Christen für das Leben“ demonstrierte unter dem Motto „Marsch für das Leben“ mit um die 150 Personen und „Die Partei“ zog unter dem Thema „Politisierung der Unpolitischen“ ebenfalls mit rund 150 Menschen auf die Straße. Außerdem fand in der Heinestraße eine Kundgebung mit 43 Teilnehmern zum Thema „Solidarität mit der Arbeit der Pro Familia“ statt.

Problematisch war für die Polizei hauptsächlich der „Marsch für das Leben“, der eine Gegendemonstration mit um die 100 Teilnehmern auf den Plan rief. Teilnehmer war hier unter anderem die erzkonservative Priesterbruderschaft St. Pius X.

Wie die Polizei Saarbrücken mitteilt, kam es im Verlauf der Wegstrecke des „Aktionskommitees“ und der Piusbruderschaft immer wieder zu Störaktionen, die vor allem von Mitgliedern der „Antifa Saar“ ausgingen. So kam es zwischenzeitlich zu einer Straßenblockade in der Mainzer Straße. „Störaktionen“ soll es auch immer wieder gegen die Polizei selbst gegeben haben, wie die Inspektion Saarbrücken mitteilt.

Foto: BeckerBredel

Erst durch ein starkes Polizeiaufgebot konnte der ordnungsgemäße Ablauf der Demonstration des Aktionskommitees gewährleistet werden. Bei der Schlusskundgebung soll es erneut zu Zwischenfällen gekommen sein. Die Polizei sprach in einer ersten Mitteilung von Gegenständen, die auf Demonstranten und Beamte geworfen worden sind. Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte die Polizeiinspektion Saarbrücken, dass aus Reihen der Gegendemonstration zwei Wasserbomben auf die Polizei geworfen wurden. Es sei außerdem gemeldet worden, dass Gegenstände auf die Demonstranten des Aktionskommitees geworfen worden wären. Im Dunkeln sei aber „nicht mehr verifizierbar“ gewesen, um was es sich gehandelt hat.

Die Polizei war am Samstag mit einem Aufgebot von 110 Beamten vor Ort. Im Laufe der Demonstrationen kam es in Saarbrücken am Nachmittag und Abend zu erheblichen Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt. Wegen möglicher Straftaten gegen das Versammlungsgesetz und Strafgesetzbuch wurden am Samstagabend noch Identitätsfeststellungen durchgeführt.

Das feministische Bündnis „My body, my choice“ hatte zu der Gegendemonstration am Samstag aufgerufen. In einer Pressemitteilung des Bündnisses äußerte sich Pressesprecherin Rosa Schmidt am Samstag zu den Demonstrationen. „Wir haben es geschafft, uns an diesem Tag die Stadt zu nehmen“, heißt es darin. Das Bündnis werde so lange mit derartigen Störaktionen weitermachen, bis „jede Piusschule geschlossen ist und bis die Piusbrüder ihr reaktionäres Gedankengut nicht mehr auf die Straße bringen können“.

Auch auf der offiziellen Seite der Antifa Saar werden die Störaktionen als Erfolg gewertet. Dank „lautstarkem Protest“, etlichen Blockaden und vielen „Unmutsbekundungen und Beschimpfungen“, auch von Passanten, sei der „Marsch für das Leben“ erst deutlich verspätet an seinem Ziel angekommen.

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