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Das Pingusson-Gebäude muss bleiben - oder?

Kommentar : Weg damit? Bitte nicht!

Es ist lustig mit dem Pingi, wie der Schlagzeuger und bekennende Fan, Oliver Strauch, das Pingusson-Gebäude liebevoll nennt. Unter der Hand hört man viele Leute vom „hässlichen Klotz“ reden und davon, dass das marode Ding abgerissen gehört.

Aber so richtig öffentlich dazu bekennen tun sich wenige.

Ich vermute, das hat einen ganz einfachen Grund: Wenn man sich öffentlich zu etwas bekennen soll, beginnt man nochmal, nachzudenken. Und wenn man genauer überlegt, wird einem bewusst, was dieses Gebäude auch darstellt. Es ist nicht nur ein unübersehbares Denkmal der glücklicherweise heute so freundschaftlichen Bindung des Saarlandes an Frankreich. Es ist vor allem ein grandioses Zeugnis einer Epoche, die unser Bild von Ästhetik nachhaltig verändert hat, auch wenn das mancher (noch) nicht so sieht. Würden wir es heute abreißen, würden wir  uns die  Chance nehmen, auch unseren eigenen Geschmack zu schulen.

Ich verrate an dieser Stelle mal etwas: Vor etwa 30 Jahren noch hätte ich jede Petition für den Abriss des VHS-Zentrums unterschrieben. Ich fand dessen lupenreine 50er-Jahre-Optik damals hässlich. Dann wurde das Gebäude renoviert, und ich erweiterte meinen Blickwinkel. Heute würde ich  mich an die Eingangstür ketten, sollte jemand auf die Idee kommen, dieses wunderbare Zeugnis der Nierentisch-Ära abzureißen. Stellen wir uns für einen Moment vor, das Pingusson-Gebäude wäre saniert, das schmale Handtuch von seiner bröckelnden Trostlosigkeit geheilt und erstrahlte wieder neu: Ich bin sicher, kaum noch jemand würde es missen wollen.