Das OB-Duell in Saabrücken: Chalotte Britz gegen Uwe Conradt

OB-Wahl in Saarbrücken : Saarbrücker Wahl: Britz oder Conradt

Im ersten Wahlgang hat Charlotte Britz (SPD) 36,8 Prozent geholt, Uwe Conradt (CDU) 29 Prozent. Am Sonntag ist der Tag der Entscheidung.

Uwe Conradt zitiert Albert Einstein: „Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und zu hoffen, dass sich etwas ändert.“ Der Oberbürgermeister-Kandidat der Saarbrücker CDU selbst formuliert es in einem Aufruf an die Wählerinnen und Wähler, die im ersten Wahlgang am 26. Mai für die Grünen-Kandidatin Barbara Meyer-Gluche gestimmt haben, so: „Wenn Sie Veränderung wollen, müssen Sie Veränderung wählen.“ Also ihn wählen. Denn mit Charlotte Britz (SPD), die seit 15 Jahren Oberbürgermeisterin ist, werde es keine Veränderungen geben.

Die sind aus Sicht der sozialdemokratischen Amtsinhaberin auch nicht notwendig. Sie sieht Saarbrücken dank ihrer Arbeit auf einem guten Weg. Vieles sei erreicht worden. Saarbrücken sei eine starke Wirtschaftsmetropole, eine Stadt, die Einkaufsmöglichkeiten ebenso biete wie Arbeitsplätze, eine grüne Stadt, in der das Bildungs- und Kulturangebot stimme. Die Krise des öffentlichen Nahverkehrs, also ausfallende oder zu spät kommende Busse, sei „bewältigt“.

Fragen von Menschen, die sich unsicher fühlen in der Stadt, beantwortet die Oberbürgermeisterin im Internet mit Hinweis auf die „Sicherheitspartnerschaft“ zwischen Stadt und Land. „Kriminalitätsbekämpfung ist Sache der Polizei, die sehr gut arbeitet. Hier braucht es aber in den Abend- und Nachtstunden mehr Personal. Dafür setze ich mich ein“, schreibt sie.

In dieser Woche hat Britz außerdem eine Senkung der Kita-Beiträge angekündigt. Die muss der Stadtrat allerdings noch beschließen. Ab 1. August werden die Kita-Gebühren in den 20 städtischen Kindertageseinrichtungen gesenkt, sagt Britz. Eltern sollen so bis zu 66 Euro monatlich entlastet werden. Bis 2022 werden die Kita-Gebühren für die Eltern schrittweise weiter sinken, kündigt die Oberbürgermeisterin an. Nun gelte es also, „weiter für ein weltoffenes, soziales und ökologisches Saarbrücken“ zu arbeiten. Und deshalb wirbt die SPD darum, am Sonntag „100 % Saarbrücken wählen“, was für die SPD bedeutet: Charlotte Britz.

Kandidat Conradt redet nicht alles schlecht, was Britz getan hat oder plant. Dennoch findet er, dass Saarbrücken hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. „Es fehlt bei uns in Saarbrücken nicht an Plänen, manchmal auch nicht am guten Willen, es fehlt am Machen“, findet er. Über Lärm in der Stadt werde zum Beispiel schon lange und viel geredet. Nun sei es „Zeit für eine Stadtautobahn mit Lärmschutz“. Dazu will Conradt eine „teilweise gläsernen und teilweise begrünte Lärmschutzwand“ bauen. Es seien aber auch eher kleine Dinge, die der Innenstadt guttun, ein Fahrradleihsystem zum Beispiel.
Die Landeshauptstadt werde mehr verwaltet als gestaltet, sagt Conradt. Er wolle „nicht länger zusehen, wie sich Saarbrücken klein macht“. Er wolle eine „Landeshauptstadt mit mehr Strahlkraft“, eine Gründerstadt, die interessant ist für Menschen, die gute Ideen umsetzen wollen. Durch seine Arbeit als Direktor der Landesmedienanstalt, der auch die Games- und Filmförderung leitet, habe er Erfahrung im Umgang mit kreativen Menschen. Und er habe dort gezeigt, was man erreichen kann, wenn man auf „Teamplay“ setzt. Denn das sei eine der notwendigen Veränderungen: ein neuer Stil im Führungsstil im Rathaus.
Ob die Saarbrückerinnen und Saarbrücker Veränderung wollen oder zufrieden sind, steht am Sonntag gegen 19 Uhr fest.

Alles zur Stichwahl in Saarbrücken am Sonntag ab 16 Uhr aktuell auf www.saarbruecker-zeitung.de.

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