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Ende einer Tradition und Neubeginn: Das Langenfeld kehrt nie mehr zurück

Ende einer Tradition und Neubeginn : Das Langenfeld kehrt nie mehr zurück

Der Name verschwindet aus dem Saarbrücker Stadtbild. Dafür eröffnet Klaus Körner am St. Johanner Markt das ÏU. Und kauft nebenbei das benachbarte Haus St. J.

Das Langenfeld am St. Johanner Markt in Saarbrücken: Jahrzehnte gehörte das Lokal zu den Anlaufstellen im Zentrum der Landeshauptstadt. Viele verabredeten sich hier mit Freunden. Anfang April war abrupt Schluss damit. Ohne es großartig anzukündigen. Lediglich mit einer kurzen Mitteilung über das soziale Netzwerk Facebook verabschiedete sich das Team von seinen Kunden.

Das Langenfeld war berühmt. Und in zuletzt sogar berüchtigt, mussten sich seine Chefs wegen Steuerhinterziehung im großen Stil vor dem Landgericht verantworten. Die Szene-Wirte sollen Millionen-Beträge durch Steuertricks und Kassenmanipulationen bei Seite geschafft haben. Deshalb wurden sie Ende 2016 verurteilt. Auch das gehört zur Langenfeld-Historie.

Kurz nach dem Toreschluss waren Möbelpacker zur Stelle und räumten aus. Mittlerweile ist ein Reinigungsteam in dem Lokal bei der Arbeit. Denn ein Investor, der an historischer Stelle die Gastronomie wiederbeleben will, steht parat: Klaus Körner.

„Es gibt ein neues Konzept, einen neuen Namen“, kündigt er an. ÏU soll das Restaurant heißen. „Das ist japanisch und bedeutet eine Geschichte erzählen.“ Damit will Körner „ein neues Fass aufmachen“, wie er es nennt. Ein Restaurant mit Bar, wo aisatische und südamerikanische Küche geboten werden soll. Sicherlich sei es schade, einen Traditionsnamen aufzugeben. „Aber der ist verbrannt. Sucht man im Internet danach, stößt man sofort auf die wenig ruhmreiche Vorgeschichte.“

Bis zur Neueröffnung müsse noch viel getan werden. Um das in die Jahre gekommene Gebäude so herzurichten, wie es sich Körner vorstellt, investiere er eine sechsstellige Summe. Für Mobiliar und Accessoires ist er seit Montag unterwegs; schaut sich in Holland und Belgien um. Nur wonach verrät er nicht. Er gibt sich verschlossen: „Es wird sehr schön.“

Gastronomie ist nicht das einzige, was ihn umtreibt. Der Unternehmer, gebürtiger Saarbrücker und Wahl-St. Wendeler, unterhält weit mehr als 20 Modegeschäfte, überwiegend im Saarland bis nach Baden-Württemberg. Seit 2001 beschäftigt er sich mit der Textilbranche. Doch die Leidenschaft für Küche und Gaststätte ließ ihn nie los. Aus einer Gastronomiefamilie stammend, lernte er Konditor. Er arbeitete zwölf Jahre international fürs Hotelmanagement. In Asien entwickelte er Konzepte für Restaurants und Bars.

Dieses Wissen setzte er 2004 in St. Wendel um, eröffnete am Schlossplatz ein Kaffee mit Rösterei samt Restaurant und Bar in historischen Gemäuern. Seit Mai 2014 betreibt Körner eine gleich firmierte, aber konzeptionell unterschiedliche Filiale nahe der Saarbrücker Kongresshalle. Der Name Manin setze sich aus dem Vornamen seiner Frau Maryon und deren Freundin Nina zusammen. „Darauf kamen wir an einem Abend nach vier Flaschen Wein“, scherzt Körner. Aus der Küche serviert seine Mannschaft deutsche und italienisch angehauchte Speisen. Zwischenzeitlich war er gastronomisch auch im Neunkircher Saarpark-Center vertreten, hat diesen Standort aber aufgegeben.

Der Geschäftsmann, mittlerweile für mehr als 400 Mitarbeiter verantwortlich, steht nicht auf Rummel um seine Person, macht sich öffentlich rar. So soll das neue Restaurant mit bis zu 30 Beschäftigten am St. Johanner Markt auch nicht mit einem Paukenschlag öffnen. Er spricht von einem „Soft-Opening“, einem stillen Start, der mit Beschäftigten begangen werden soll.

 Klaus Körner.
Klaus Körner. Foto: Michael Besserich/Michael Besserdich
 Nahe der Kongresshalle besteht seit 2014 das Restaurant Manin. Betreiber Klaus Körner eröffnet ein weiteres Lokal am St. Johanner Markt.
Nahe der Kongresshalle besteht seit 2014 das Restaurant Manin. Betreiber Klaus Körner eröffnet ein weiteres Lokal am St. Johanner Markt. Foto: Matthias Zimmermann

Übrigens wird ein enger Vertrauter Körners für den neuen Standort verantwortlich sein: Cornel Hahnenberg, bislang Geschäftsführer im Restaurantzweig des Unternehmens, werde Teilhaber. Damit will Klaus Körner das „künftige Wachstum“ vorantreiben. Er plane weitere Restaurants. Doch zuerst stehe die Eröffnung in Saarbrücken an. Körner: „Ende Juni, Anfang Juli soll es soweit sein.“