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Das Edelfolk-Trio "Me in the Forest" bringt seine neue CD in Corona-zeiten raus

Band-Porträt : Wenn drei junge Leute Wald und Musik lieben

Das Saarbrücker Edelfolk-Trio „Me in the Forest“ hat mittenin Corona-Zeiten seine neue CD herausgebracht. Ein Gespräch über Musik und Natur.

SAARBRÜCKEN Manche Bands haben Namen, die neugierig machen: Wie um alles in der Welt etwa erfinden Musiker einen – vollends im positiven Sinn – merkwürdigen gemeinsamen Nenner wie „Me in the Forest“, zu deutsch „Ich im Wald“?

Genauso taufte sich ein Saarbrücker Edelfolktrio, das dieser Tage sein erstes Album veröffentlicht hat. „Wir alle drei lieben es, im Wald zu sein – er ist für uns eine Inspirationsquelle und der Ort, an dem wir Kraft tanken können“, erzählt der Gitarrist Christoph Brachmann: „Zudem haben alle Leute, die unsere ersten Songs gehört haben, als Rückmeldung eine Wald- und Naturassoziation beschrieben.“

Anno 2016 wurde „Me in the Forest“ von den Naturfans Franziska Weber (Gesang), Dirk Raber (E-Gitarre, Tasteninstrumente, Begleitgesang) und Christoph Brachmann (Akustikgitarre, Begleitgesang) gegründet. Alle sind in gemeinnützigen Brotberufen tätig und bringen langjährige Erfahrungen aus diversen Musikprojekten mit in den Dreier.

Franziska Weber, Absolventin des Studienfachs Soziale Arbeit und Pädagogik der Kindheit, ist von den Saarbrücker Formationen „Funky Garage“, „Elec3“, „Cat & Breakfast“ bekannt und war 2010 beim Wettbewerb „Unser Star für Oslo“ in Köln am Start. Dirk Raber, seines Zeichens Arbeits- und Beschäftigungstherapeut, und Christoph Brachmann, als Grafiker im Bereich Migrationsforschung unterwegs, können neben anderen gemeinsame Band-Referenzen wie „Sea Empress“ und „Kiss me Tiger“ nennen. Franziska Weber lernten sie kennen, als sie im Proberaum nebenan trainierte – und die Chemie soll sofort gestimmt haben, nicht nur botanisch. „Entspannter Indie Folk mit einer ordentlichen Portion hippieesker Melodien-Seligkeit und einem Hauch Soul“, so bringt Christoph Brachmann den Sound unterm „Me in the Forest“-Etikett auf den Punkt.

Und wie entstehen die gemeinsamen Songs, die häufig sphärisch anmuten? „Die Grundideen zu Musik und Text werden gleichzeitig aus dem Unterbewusstsein geschöpft“, so Brachmann. Träume spielten dabei eine wichtige Rolle: „Wir versuchen, mit unserer Musik diesen Prozess nach außen zu tragen und den ein oder anderen Hörer zu inspirieren, zu berühren und vielleicht zum Nachdenken anzuregen.“

In der Band werden die Grundideen „dann mit weiteren Melodien garniert und basisdemokratisch arrangiert“. Gemeinsam gefeilt wird ein bis zweimal pro Woche in Brachmanns Wohnzimmer im Nauwieser Viertel.

Apropos Wohnzimmer: „Me in the Forest“ sind auch für die gute Stube buchbar. „Wohnzimmerkonzerte lieben wir alle heiß und innig“, verrät Brachmann – nach Corona natürlich erst wieder, versteht sich. Als Glanzlichter des bisherigen Tourkalenders kann er freilich etwa auch Gastspiele in der Saarbrücker Sparte 4, im Terminus in Sarreguemines, im Gasthaus Gellenberg im westsaarländischen Hemmersdorf (zusammen mit den US-Folkies „Loch Lomond“) und sogar im Kaiserslauterer Kammgarn auflisten.

Ihr Debütalbum „Finding Gold“ haben die drei Freiluftfreunde nun freilich an verschiedensten Orten eingespielt. „Einen Song haben wir auf einer Streuobstwiese im Schwarzwald aufgenommen, ein paar Songs im heimischen Wohnzimmer, also unserem Proberaum, und die restlichen regulär im Studio von Sebastian Becker in Riegelsberg“, so Brachmann. „Das Album sollte so natürlich wie möglich klingen, daher haben wir alle Basistracks live aufgenommen. Overdubs wurden nur sehr sporadisch eingesetzt – weniger ist mehr.“

Ein zentraler Grundsatz lautet: Charme vor Perfektion. „Veröffentlichen tun wir digital auf allen relevanten Plattformen. Vinyl und CDs können via Bandcamp geordert werden beziehungsweise in ausgesuchten Plattenläden wie Rex Rotari und Humpty Records, wenn die wieder offen sind.“

Jammerschade, dass das geplante Veröffentlichungskonzert im Saarbrücker Filmhaus ausfallen musste. „In der aktuellen Situation gab es keine andere Wahl, als das Konzert zu verschieben – zum einen, um die Gesundheit der Besucher zu schützen, und zum anderen, um sich solidarisch mit der Gesellschaft zu zeigen und die Verbreitung des Virus zu stoppen“, sagt Brachmann, der mit „Me in the Forest“ Zukunftspläne schmiedet: „Wir wollen schöne Konzerte an besonderen Orten spielen: Ein großer Traum von uns ist beispielsweise, einmal im Spiegelzelt des Haldern-Popfestivals aufzutreten.“ Und dann natürlich weitere Alben: „Die ersten Songs für den Nachfolger von ‚Finding Gold‘ stehen bereits.“

www.meintheforest.de