Chef der Berufsfeuerwehr in Saarbrücken ist zurück auf seinen Posten

Erster Arbeitstag : Chef der Saarbrücker Berufsfeuerwehr ist zurück auf seinem alten Posten

Wie vom Oberverwaltungsgericht in Saarlouis gefordert, hat am frühen Dienstagmorgen Josef Schun seine Dienstgeschäfte wieder aufgenommen.

Nach monatelangem Tauziehen ist Josef Schun am Dienstagmorgen (23. April) wieder auf seinen Leitungsposten der Berufsfeuerwehr zurückgekehrt. Auf den Weg dahin begleitete ihn der Saarbrücker Sicherheitsdezernent Harald Schindel (Linke).

Langer Streit vor den Gerichten

Der Rückkehr des umstrittenen Feuerwehrchefs war ein sich Monate hinziehender Rechtsstreit vorausgegangen, den Schun in allen Instanzen für sich entschied. So hatte das Verwaltungsgericht in Saarlouis letztlich verfügt, dass der geschasste Leiter unverzüglich seine alte Stelle zurückerhalten muss. Die Richter sahen keine Gründe, ihm dies zu verwehren.

Stadt scheitert

Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) hatte bis zuletzt versucht, Schun nicht mehr auf die Chefpostenstelle der einzigen kommunalen Berufswehr im Saarland zurückkehren zu lassen. Das Oberwaltungsgericht (OVG) verschob zwar den vom Verwaltungsgericht gesetzten Termin, ließ grundsätzlich aber die Beschwerde an dem Richterspruch abblitzen. Stattdessen mussten Amtsärzte alle krankgeschriebenen Feuerwehrbeamte untersuchen. Es bestand der Verdacht, dass sich Feuerwehrleute absichtlich in Scharen vom Dienst befreien ließen just in jenem Moment, als die Entscheidung bekannt gegeben worden war, dass Schun seine alte Dienststelle wiedererlangen soll.

Krankenstand sinkt

Zu Spitzenzeiten waren 98 Wehrleute außer Dienst, die Berufswehr zeitweise komplett ausgefallen. Ehrenamtliche Wehren im Regionalverband übernahmen die Aufgabe. Aktuell sind nach Angaben des Stadtpressesprechers Thomas Blug immer noch nicht alle Aufgaben von der Berufswehr wieder übernommen. So arbeitet zwar die Feuerwache 1, die zweite indes ist weiterhin außer Betrieb. Zusätzlich sorgen noch immer freiwillige Feuerwehren für den Brandschutz.

Zurzeit sollen noch 59 Berufsfeuerwehrbeamte der knapp 200 Feuerwehrbediensteten krank sein, berichtet Blug. Die Amtsärzte des Regionalverbands Saarbrücken hatten übrigens alle Atteste als begründet und damit stichhaltig gewertet.

Informationen, wonach es nach dem OVG-Richterspruch über Schuns endgültige Rückkehr nun auch vermehrt Kündigungen hagelt, bestätigten sich bislang nicht. Mit einer Beiratssitzung unter Leitung von Bürgermeister Ralf Latz (SPD) hatte der erste Arbeitstag nach Schuns Rückkehr begonnen. Details aus diesem Gremium wurden nicht bekannt, welches sich nach der Eskalation des Streits zwischen Mannschaft und Führung zusammengefunden hatte. Auch am Mittwoch soll es zusammenkommen. Nach SZ-Informationen soll darin die künftige Zusammenarbeit zwischen Schun und der Wehr zur Sprache kommen.

Mehr von Saarbrücker Zeitung