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Saarbahn
Busse und Saarbahn sollen attraktiver werden

Der Künstler Leslie Hunt hat im Auftrag der Saarbahn GmbH dieses Kunstwerk zum Thema öffentlicher Personennahverkehr in Saarbrücken geschaffen.
Der Künstler Leslie Hunt hat im Auftrag der Saarbahn GmbH dieses Kunstwerk zum Thema öffentlicher Personennahverkehr in Saarbrücken geschaffen. FOTO: Leslie Hunt/Stadtwerke
Saarbrücken. Die Stadtwerke feiern 125 Jahre Peronennahverkehr und das „größte E-Mobil des Saarlandes“. Bald soll es mehr Park&Ride-Plätze geben. Von Martin Rolshausen

Ein Bus ist nicht einfach ein Bus. Und eine Straßenbahn ist nicht einfach eine Straßenbahn. Busse und Bahnen, das sind auch „Anbahnungsinstitute“. Früher in den Straßenbahnen, heute in den Bussen und der Saarbahn, haben sich Ehen zwischen Fahrern und Mitfahrerinnen angebahnt und tun es immer noch, und offenbar gar nicht so wenige. Das war eine der Geschichten, die am Donnerstagabend im E-Werk auf den Burbacher Saarterrassen immer wieder erzählt wurden. Dort hat die Saarbahn GmbH gefeiert, dass sie und ihr Vorgängerunternehmen Saarbrücken seit 125 Jahren „bewegen“.



Die große Geschichte des öffentlichen Personennahverkehrs sei auch eine Geschichte der Entwicklung Saarbrückens, sagte Thomas Severin, der Geschäftsführer des Saarbrücker Stadtwerke-Konzerns. „Wir blicken mit Stolz auf 125 Jahre Unternehmensgeschichte zurück: von der Dampfstraßenbahn, über die elektrische Straßenbahn bis zur Einstellung der Straßenbahn in 1965. Ihr folgte der Ausbau eines dichten Busnetzes in den 1980er Jahren und schließlich die Wiedereinführung eines schienen­gebundenen Systems im Jahr 1997“, sagte er vor rund 500 Gästen.

Wie sein Vorstandskollege Peter Edlinger und die die Aufsichtsratsvorsitzende der Saarbahn, Oberbürgermeisterin Charlotte Britz, gab sich Severin zuversichtlich, dass „das größte E-Mobil im Saarland“ auch in der Verkehrsplanung der Zukunft eine große Rolle spielen wird. Allerdings nicht einfach so, wie Staatssekretär Jürgen Barke vom saarländischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr mahnte.  „Um den öffentlichen Nahverkehr weiterhin attraktiv zu gestalten und damit für eine Akzeptanz in der Bevölkerung zu sorgen, braucht es kontinuierlich neue Ideen und Konzepte. Gerade die demografische und technische Entwicklung, sowie das Thema der Barrierefreiheit müssen wir dabei im Blick behalten“, sagte er.

Sicherheit und Sauberkeit in Bussen und Saarbahn seien da ein wichtiges Thema, sagte Britz. Und erntete Zustimmung von Dominique Limbach, dem Vizepräsident des Gemeindeverbands Saargemünd. Auch in Lothringen, sagte er, hängen immer noch viele Leute an ihrem Auto. Um so mehr müsse man dafür werben, dass die Menschen auf den öffentlichen Personen Nahverkehr umsteigen und so Klima und die Innenstädte entlasten. Die Herausforderung der kommenden Jahre werde sein, da waren sich alle einig, einen attraktiveren Nahverkehr finanzieren zu können. Severin kündigte an, dass es ein besseres Park&Ride-Angebot geben wird.

Zum Jubiläum ist im Conte-Verlag ein Buch mit dem Titel „Immer In Bewegung. Die Geschichte des Öffentlichen Personennahverkehrs in Saarbrücken“ erschienen. Die 160-seitige Publikation ist reich bebildert und bietet Wissenswertes aus der Geschichte von Straßenbahn, Bus und Saarbahn und ist im Buchhandel und im Saarbahn-Servicecenter für 19,90 Euro erhältlich.