1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Landeshauptstadt

Busfahrerstreik im Saarland geht weiter

Tarifkonflikt : Busfahrerstreik im Saarland geht weiter

Den zweiten Tag in Folge streiken die Busfahrer der vier kommunalen Betriebe im Saarland.

Seit acht Uhr läuft die Urabstimmung über einen unbefristeten Streik. Haben bis 15 Uhr 70 Prozent der Befragten zugestimmt, werden sie in den Erzwingungsstreik übergehen. Zumindest, wenn bis 16 Uhr kein neues Angebot von der Arbeitgeberseite kommt, sagt Christian Umlauf, Verdi-Verhandlungsführer.

Die Gewerkschaft fordert ein Entgeldplus von 427 Euro. Uneinig sind sich Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite, wie schnell die Löhne auf dieses Niveau steigen. Während der Kommunale Arbeitgeberverband Saar (KAV) eine Umsetzung innerhalb von fünf Jahren anbietet, ein Plus von 3,6 Prozent pro Jahr, will sich die Gewerkschaft nur auf zweieinhalb Jahre einlassen, was einem Plus von 7,2 Prozent pro Jahr entspräche.

Am Mittag trat die Verhandlungsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Saar (KAV), Barbara Beckmann-Roh, zusammen mit dem Geschäfstführer der Saarbahn GmbH, Peter Edlinger, dem der Kreisverkehrsbetriebe Saarlouis, Andreas Michel, der Neunkircher Verkehrs GmbH, Pascal Koch und Thorsten Grundacker-Dollack, Geschäftsführer der Völklinger Verkehrsbetriebe GmbH vor Journalisten. Beckmann-Roh hielt am Angebot des KAV fest. Eine kürzere Laufzeit sei nicht zu stemmen. Sie sieht die Existenz der kommunalen Betriebe gefährdet. Neue Zahlen bis 16 Uhr, also die Frist, die Verdi gesetzt hatte, werde es nicht geben. Beckmann-Roh bietet an, einen Schlichter einzuschalten. Verhandlungen seien dazu da, sich anzunähern.

Während in den übrigen Bereichen Völklingen, Neunkirchen und Saarlouis die Streiks recht friedlich verlaufen, wie die Geschäftsführer bestätigen, sind die Fronten in Saarbrücken wohl verhärtet. Der Bus, der die Ausfahrt des Saarbahn-Depots am Dienstag (24. September) blockierte, sollte am Abend abgeschleppt werden, berichtet Geschäftsführer Edlinger. Nach seinen Aussagen musste dazu die Polizei eingeschaltet werden, weil der Abschleppdienst an seiner Arbeit behindert worden sei.

Da auch die privaten Busfahrer von Verdi aufgerufen sind, sich solidarisch am Streik zu beteiligen, könne keiner der Geschäftsführer sagen, welche Busse fahren, auch über die Schulbusse könnten sie zum jetzigen Zeitpunkt keine verbindlichen Aussagen treffen.

Die Saarbahn soll erstmal weiter fahren. Die Fahrer sind in der Gewerkschaft der Lokführer (GdL) organisiert, sie streiken nicht, was jedoch nicht für die Mitarbeiter in der Leitstelle gilt. Wo sonst tagsüber acht Leute sitzen, wie Edlinger sagt, sei momentan nur eine Person vertreten. Wie lange der Betrieb damit noch aufrecht erhalten bleiben kann, sei unklar, sagt Edlinger.