Streit um die Güchenbachbrücke

Die 1903 erbaute Güchenbachbrücke in Burbach ist in einem sehr schlechten Zustand und muss aus Sicherheitsgründen saniert werden. Am günstigsten wäre es, man würde die Autos aussperren. Dagegen regt sich aber Protest.

. Kaum auf der Tagesordnung des Saarbrücker Bezirksrates West, ist die vom Baudezernat beabsichtigte Sperrung der Burbacher Güchenbachbrücke für Autos von der Verwaltung wieder zurückgezogen worden. Nach Informationen unserer Zeitung hatte sich vor allem die SPD beschwert. Sie kann sich nach Worten ihres Stadtrats-Fraktionsvorsitzenden Peter Bauer "zurzeit nicht vorstellen", solch einem Vorhaben ohne weitere Gespräche zuzustimmen.

Das städtische Amt für Straßenbau hatte nach einer im März 2015 erfolgten Sonderprüfung mitgeteilt, dass die 1903 erbaute Sandsteinbogenbrücke, die die Güchenbacher Straße über die Bahnstrecke Saarbrücken-Karthaus überführt, in einem schlechten Zustand sei, Schulnote "6 +".

Die einspurig befahrbare Brücke wird nach Beobachtung des Fachamtes in der Regel als "Schleichweg" zwischen der Luisenthaler Straße (Bundesstraße 51) und dem Industriegebiet Ausbesserungswerk Burbach und IT-Park genutzt. Das Verkehrsaufkommen gilt als "äußerst gering". Im Jahr 2009 wurden täglich 210 Pkw und zehn Lkw gezählt. Aktuelle Zahlen wurden nicht genannt.

Zu den Schäden heißt es, dass sie "umgehende Maßnahmen" erforderten, "um die Sicherheit für Personen beziehungsweise des Zugverkehrs unter der Brücke zu gewährleisten". Kernstück sollen die Sicherung mehrerer gebrochener Sandsteine und die Neuverfugung der stark geschädigten Bereiche sein, bevorzugt im Juni, Kosten 125 000 Euro. Diese Arbeiten dienten laut Experten aber lediglich dazu, keine Personen- oder Verkehrsgefährdung durch die Brücke entstehen zu lassen; eine Verbesserung der Grundsubstanz werde nicht erreicht.

Im Hinblick auf die geschädigte Bausubstanz und die mögliche Umfahrung der Brücke über die Georg-Heckel-Straße sollte die Brücke nach Auffassung des Baudezernates für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt und nur für Fußgänger- und Radverkehr zugelassen werden. Durch diese Entscheidung für eine Minimalinstandsetzung könne auf einen umfangreichen Umbau verzichtet werden, heißt es in dem - zurückgezogenen - Vorschlag.