Strafräume in völliger Dunkelheit

Ins Ludwigsparkstadion wird investiert. Aber auch der Kieselhumes, Heimplatz von Saar 05, genießt ein hohes Augenmerk der Stadtverwaltung. Das sei ja auch in Ordnung, sagen die Fußballer der Sportfreunde Burbach. Sie sehen aber noch bei einigen andern Spielstätten Handlungsbedarf – auch bei ihrer.

Spiel Nummer 400003223 war kein besonderes Spiel. Aber es war ein Spiel, das den Vorstandsmitgliedern der Sportfreunde 05 Saarbrücken wieder einmal klar gemacht hat, dass etwas passieren muss. Auf dem Brascheplatz am Burbacher Saarufer standen Mitte März die Alten Herren der Sportfreunde und die des SV Rockershausen. Es lief die 60. Spielminute, als der Schiedsrichter die Begegnung beim Stand von 3:2 abgebrochen hat. Als Grund vermerkt der Schiedsrichter im Spielbericht, dass "die Flutlichtanlage nicht das ganze Spielfeld ausleuchtete".

"Eine Lampe war defekt, und die beiden Strafräume lagen in völliger Dunkelheit", teilte der Vorsitzende der Sportfreunde , Hans-Jürgen Altes, zwei Tage später dem Leiter des städtischen Sport- und Bäderamts, Tony Bender, mit. Es sei auf dem Brascheplatz gespielt worden, erklärte Altes, weil so der "desolate Rasenplatz" direkt nebenan "geschont" werden sollte. Und er wollte von Bender wissen, wie es weitergehen soll.

Der Sportfreunde-Vorstand sei es "so langsam leid, jedem Spieler, Trainer, Elternteil, Fan und Zuschauer zu erklären, dass wir nichts daran machen können". Die Burbacher Sportanlage gehört nämlich der Stadt. Die Burbacher Fußballer erwarten, sagt deren Spielausschussvorsitzender Mark Ricken, "eine starke Intensivierung der Pflegearbeiten und einen Ausweichplatz - zum Beispiel durch ein besseres Flutlicht auf dem Brascheplatz".

Bender meldete sich schnell, hatte aber keine guten Nachrichten. "Wunder" dürfe man von der "Trainingsbeleuchtung" auf dem Brascheplatz "keine erhoffen, schon gar nicht eine flächige Ausleuchtung". Das Problem betreffe "ausnahmslos alle Sportanlagen" der Stadt. "Ausweichrasenplätze stehen nicht zur Verfügung", teilte Bender mit. Und: "Die Pflege des Rasens wird von unserem Gartenamt nach bestem Wissen und Gewissen gemacht und folgt entsprechenden Pflegeplänen." Tony Bender sei ein guter Amtsleiter, sagt Altes. Er könne nicht anders antworten. Dennoch müsse sich etwas tun. Der Verein sei bereit, die Anlage zu übernehmen und selbst Geld zusammenzubringen. Schließlich gehe es nicht nur um zwei aktive Teams und eine Altherren-Mannschaft, sondern um 150 Kinder und Jugendliche in 14 Mannschaften, davon zwei Mädchenteams. Aus 16 Nationen kommen die Spieler. 2014 ist der Verein wegen seiner Integrationsarbeit mit dem Neubergerpreis ausgezeichnet worden, ein Jahr später vom Bundespräsidenten. "Wir wollen helfen", sagt Altes. Die Stadt müsse sich nur endlich entscheiden, ob sie mehr tut oder dem 111 Jahre alten Verein die Anlage überlässt, damit er selbst etwas tun kann.

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Hintergrund"Club der 1-05er - Die Burbacher" nennen die Sportfreunde einen neuen Club, den sie gegründet haben, um den Verein und den Stadtteil zu stärken. "Wir wollen damit noch stärker versuchen, die Sportfreunde 05 Saarbrücken mit unserem Stadtteil zu verbinden", erklärt der Vorstand. Denn: "So wie der FCS ,die Molschder' und Saar 05 ,die St. Johanner' sind, kann in der Öffentlichkeit ein Positiv-Image der SF 05 als ,die Burbacher' zu erlangen sein." olsInformationen: Telefon (06 81) 7 61 87 72, E-Mail info@sportfreunde05.desportfreunde05.de